Kategorie Sustainability

2015/16

RElectronics

HTL Dornbirn

Team RElectronics

Drei Schüler entwickeln eine umfassende, ökologische und wirtschaftliche Verfahrenskombination zum Recycling von Elektroschrott.

Ab ins nächste Leben. Computer sind Schrott! So radikal sehen das heute nur noch wenige. Und doch trifft es genau genommen zu: So viel Technologie, wie wir im Alltag verwenden – da ist es kein Wunder, dass auch entsprechend viel an Elektronikmüll anfällt, der zum Großteil leider immer noch menschen-, umwelt- und finanzschädigend behandelt wird. Drei Schülern der HTL Dornbirn setzten es sich darum zum Ziel, verwertvolle Maßnahmen in dieser Angelegenheit zu treffen. Und dabei sind nicht nur die drei miteinander verschmolzen. 

Alleine in Europa entstanden 2014 11,6 Millionen Tonnen Elektronikschrott; 15,6 kg pro Person/Jahr. Rund 40 % davon werden nach EU-Richtlinien recycelt. Der Rest landet zumeist illegal in Ländern mit geringen Umwelt- und Arbeitsschutzauflagen. Unter menschenunwürdigen Bedingungen werden dort Leiterplatten abgefackelt oder ausgelaugt. Zu den menschlichen und ökologischen Katastrophen kommt noch dazu, dass der größte Teil der im Elektronikschrott enthaltenen Technologiemetalle, insbesondere die seltenen Erden, verloren geht. Innerhalb der EU entstand in den letzten Jahren durch nicht sachgemäßen Umgang mit elektronischen Überresten ein geschätzter volkswirtschaftlicher Schaden in Milliardenhöhe. 

Genug gejammert. Denn mit ihrem Projekt „Relectronics“ haben Elias Vigl, Simon Hofer und Simon Marxgut eine Basis für eine umfassende, ökologische und wirtschaftliche Verfahrenskombination zum Recycling von Elektroschrott entwickelt. Erst galt es, sich Vorwissen zu verschaffen: Computer in der Vor-Schrott-Phase halfen dabei ebenso wie der Projektbetreuer an der HTL Dornbirn.

Dann hieß es schreddern, schmelzen, sieben und fraktionieren, zerkleinern, verbrennen, verwerten und separieren, bis die Übung gelang und im Endeffekt Elektronikschrott wieder in Metalle, Baustoffe und Energie verwandelt wurde.

Konflikte galt es nur mit den jeweiligen Weckern auszufechten, denn immerhin wurde oftmals schon um sieben Uhr morgens mit der Arbeit am Projekt begonnen. Aber Rache ist süß: Was den Weckern eines Tages passieren wird, das können sich die drei jetzt ziemlich genau vorstellen.