Kategorie Engineering

2015/16

Öffnungsmechanismus Seilprüfgerät

HTL Innsbruck, Anichstraße

Team Öffnungsmechanismus Seilprüfgerät

Mittels Fernbedienung kann ohne Verlangsamung der Gondel verhindert werden, dass ein Prüfgerät für Gondeltragseile mit den Stützen zusammenstößt.

Auf geht’s! Beruhigend: Um zu prüfen, ob ein Stahlseil eine tonnenschwere Seilbahngondel auch weiterhin aushält, genügt es nicht, die tonnenschwere Seilbahngondel einfach weiterhin an das Stahlseil zu hängen und zu hoffen, dass dabei nix passiert. Nein, es gibt Prüfgeräte, die in regelmäßigen Abständen an den Gondeln angebracht und das Seil entlang kutschiert werden, um am Ende sagen zu können: Passt! Wenn diese Prüfgeräte aber an den Seilbahnstützen vorbeigondeln, müssen sie aufgeklappt werden, damit es keine Kollision gibt. Das mussten die Prüfer/innen bisher händisch tun, in 20 Metern Höhe. Eine schwindelerregende Angelegenheit – das schreit nach Automatisierung. 

Den Schrei stieß in diesem Fall die Versuchsanstalt Innsbruck aus, die Antwort kam aus der HTL Anichstraße. Es eilten drei junge Männer herbei, die Nerven wie Stahlseile besitzen: Thomas Felder, Reinhold Poscher und Martin Schönhuber nahmen die Prüfung auf sich, die Prüfgeräte und vor allem die Prüferinnen und Prüfer sicher durch die Prüfung zu ziehen.  

Das fertige Produkt arbeitet mit Neodym-Magneten, die eine besonders hohe Kraft entwickeln. Diese können nur durch ein hydraulisches System geöffnet werden, für das die Seilschaft der drei gleich fünf Konzepte ausarbeitete, bis eines durch besondere Einfachheit überzeugte: ein Hebelsystem mit zwei Hydraulikzylindern, die – ohne besonders großen Aufwand – auskragend an einem Ausleger montiert wird. Jeder Zylinder kann sich etwa 90° nach außen bewegen, was die erforderliche 180°-Öffnung ergibt. Ebenso simpel aufgebaut ist die elektronische Schaltung, die den Öffnungs- und Schließmechanismus betreibt. 

Der Prüfer oder die Prüferin kann nun bequem in der Gondel sitzen und über eine Fernbedienung ein Auf-Zu-Auf-Zu-Spiel spielen. Damit die Gondel eine konstante Geschwindigkeit fahren kann, geht das ruckzuck. In Sachen Teamwork stellten die drei Schüler dabei fest, wie viel mehr drei Köpfe leisten können als einer. Und dass es wie bei ihrer Prüfvorrichtung gut ist, geschlossen aufzutreten, um dann für alles offen zu sein.