Kategorie Design

2015/16

BeYourself!

HTL Ottakring

Team BeYourself!

Ein 3D-Animationsfilm zeigt mit einfachen Mitteln, dass es besser ist, sich nicht zu verstellen.

Willkommen im Klub! 3D-Animation kann man jetzt schon in der Schule lernen! Die Medientechnik ist ein brandneues Fach an der HTL Ottakring, die Animationssoftware Blender ist in den oberen Klassen sogar Pflichtstoff. Fantasiewelten, in denen alles möglich ist – Disney und Pixar mitten in Wien! Die ersten Diplomarbeitsprojekte trudeln ein, und eines greift den Geist der großen Vorbilder auf, indem es versteht: Fantasie ist schön und gut, aber die animierten Gestalten müssen einen Hauch Realität atmen, damit wir Original-3D-Menschen der analogen Welt uns damit identifizieren können. Eine handfeste Botschaft an moderne Jugendliche kann auch nicht schaden. Hier lautet diese: „BeYourself!“ 

So sind die Figuren des knapp dreiminütigen Films, den Ardit Bacaj, Simon Grass, Granit Jakupaj und Emre Utma auf YouTube gratis veröffentlicht haben, zwar eine Flasche und ein Kasten, aber mit durchaus menschlichen Zügen: die eine unsicher, wie sie sich aufhübschen soll, um in den angesagten Tanzclub Bottlez hineinzukommen; der andere breitschultrig und mit „So-kommst-du-da-nisch-rein!“-Attitüde. Egal ob Sonnenbrille oder Käppi und Halskette – der Türsteher schüttelt nicht nur den Kopf, sondern den gesamten eckigen Körper. Erst nach mehreren erfolglosen Styling-Versuchen begreift die Protagonistin: Es ist besser, einfach eine Flasche sein, als eine Falsche. Sie zieht los, wie sie ist, und lässt sich vom Schrank nicht einschränken.  

Nur ein gutes halbes Jahr brauchten die vier Animateure für ihr aufwändiges Projekt. Klar, sie mussten ja auch den Kasten nicht casten – es genügte, ihn zu modellieren. Der gesamte Film ist zur Gänze im Computer entstanden: Szene für Szene, die dann 3D-gerendert und zusammengefügt wurden. Auch den melancholischen Soundtrack, der über der Geschichte liegt, haben die Diplomanden mit Hilfe einer professionellen Software selbst komponiert. Eine bewusst schlicht gehaltene Webseite und ein Konzept zur Bekanntmachung des Films über die sozialen Medien rundete das Projekt ab. Jetzt noch das Bundes-Finale von Jugend Innovativ, und ab geht’s zum Feiern in den Klub. Aber Vorsicht: Nur nicht zu viel anziehen, sonst kommst du da nisch rein!