Kategorie Engineering

2015/16

Konstruktion einer automatisierten Knickarretierung für Radlader

HTL Saalfelden

Team Knickarretierung für Radlager

Die sichere Fixierung der beiden Wagenteile eines Radladers vor Wartungsarbeiten kann nun automatisch und ohne Personengefährdung erfolgen.

Radladladl-oo! Ein Radlader, das ist nicht die neueste Spezialform des Jodlers. Ein Radlader ist eine Baumaschine zum Transportieren von Gütern über kurze Strecken. Auf den ersten Blick würden Laien ihn als Bagger bezeichnen. Dass das nicht dasselbe ist, wussten Klaus Gollegger, Gerhard Laubichler und Christoph Plöbst natürlich bereits, als sie mit ihrer Klasse nach Bischofshofen fuhren und die Produktionsstraße der Liebherr GmbH besuchten.  

Was sie nicht kannten, war die gesetzliche Vorschrift, besagte Radlader zu arretieren, also in einer sogenannten Sicherheitsposition zu fixieren, bevor Wartungsarbeiten daran durchgeführt werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter machen das manuell, indem sich eine bzw. einer von ihnen in den Bereich zwischen Vorder- und Hinterwagen des Radladers begibt. Das ist so gefährlich, wie es klingt, und aufgrund der schweren Unfälle mit Personenschaden, die dabei schon passiert sind, wäre es angebrachter, nicht von einer Sicherheits-, sondern von einer Unsicherheitsposition zu sprechen. 

Das Trio von der HTL Saalfelden wusste, was zu tun war: Menschen raus aus dem Radlader! Eine Automatik muss her. Ihr Diplomprojekt nannten sie „Automatische Knickarretierung“, weil das Gefährt in einer auseinandergeknickten Position der beiden Wagenteile arretiert wird. Sie tüftelten sieben Varianten aus, fünf davon wurden wieder geknickt, zwei von Liebherr als interessant ausgewählt und mit dem Programm CAD gezeichnet: ein Hebel und ein sogenannter Abscherstift, also eine mechanische Sollbruchstelle. Brechen soll dabei natürlich gar nichts, es handelt sich nur um eine Sicherheitsmaßnahme. Von der Fahrerkabine aus lässt sich die Konstruktion elektronisch ansteuern, ein Programm wurde vom Projektteam eigens geschrieben. Wenn doch noch etwas schiefgeht und jemand gefährdet wird, gibt es noch den Totmannschalter, dessen Name natürlich in die Irre führt, weil er eben keinen toten Mann zur Folge hat.  

Im Zuge einer solchen Projektarbeit kann die Stimmung natürlich mal geladen sein, aber das Entscheidende ist: Niemand ist ausgeschert, niemand hat ein Rad ab, die Freundschaft der drei Kollegen hat keinen Knick und keinen Sollbruch erfahren.