Kategorie Science

2015/16

Coregone - Isotopen-Analytik zur Herkunftsbestimmung von Süßwasserfischen

HTL Dornbirn

Team Coregone

Das Projektteam stellt fest, dass nicht nur der Kopf eines Fisches für die Analyse seines Ursprungsgewässers herhalten kann.

Den Gräten auf der Spur. Sie kauften Fisch und wollten wissen, wo er herkam. Sie lasen, was auf der Packung stand, aber sie fanden: Da fischelt’s. Ob das wirklich stimmt? Kann es sein, dass all der Bodensee-Fisch, den es in den Supermärkten zu kaufen gibt, wirklich aus dem ökologisch heikel gewordenen Bodensee stammt? Sie kannten sich mit Biologie und Chemie aus, denn sie gingen ja auf die HTBLuVA Dornbirn, also wollten sie die Herkunft des Fisches einfach selbst überprüfen. Ging aber nicht, denn so richtig genau kann das nur eine Analyse des Gehörsteins, dieses kleinen weißen Steins im Kopf des Fisches. Was aber fehlte beim Fischkauf im Supermarkt? Der Kopf, und somit auch der Gehörstein! 

Das gehört sich gar nicht, fanden sie – Lorenz Fend, Sara Knezevic und Susanne Schwendinger aus der 4. bzw. 5. Klasse – und versuchten daher, aus all dem schlau zu werden, was vom Fisch für sie übrig war: Filet und Gräten. Und weil sie sich eben auskannten, fanden sie tatsächlich eine Möglichkeit, die Gehörsteinanalyse auch auf die anderen Bestandteile des kopflosen Tieres zu übertragen. Diese Methode vergleicht das Isotopenverhältnis des chemischen Elements Strontium im Gehörstein mit jenem im vermeintlichen Herkunftsgewässer. Dort, wo diese Zahlen übereinstimmen, muss der Fisch herumgeschwommen sein. 

Die Testtiere wurden diesmal direkt bei der Fischerei besorgt, Wasserproben höchstpersönlich aus dem Bodensee entnommen. Zum Vergleich holte man sich von der Wiener Uni für Bodenkultur auch noch Proben aus dem Chiemsee. Dabei erwiesen sich die untersuchten Fischgräten mit ihrem Strontium-Verhältnis in der Tat als keineswegs so stumm wie ein lebender Fisch: Sie sagen über die Herkunft von Süßwasserfischen einiges aus. Auch die Filets und die darin enthaltene Mischung aus Strontium und Kalzium könnten sich für die Bestimmung eignen, allerdings nur unter der Bedingung einer genaueren Analyse des Herkunftsgewässers. 

Auf die kriminologische Suche folgt der kulinarische Genuss: Dem Verzehr des ersten erwiesenermaßen echten Bodensee-Fisches aus dem Supermarkt steht nun nichts mehr im Wege.