Kategorie idea goes app

2014/15

Melodioux

HTL Donaustadt

Team Melodioux

Jede und jeder ist musikalisch, sagen die einen. Die anderen fangen an zu singen und beweisen das Gegenteil.

Musik im kleinen Finger. Eine Möglichkeit, diese Ansage auf die Probe zu stellen, liefert die App eines Projektteams an der HTL Donaustadt. Sie bietet nämlich die technischen Grundlagen, um ganz einfach und ohne musiktheoretische Vorkenntnisse mit einer gezeichneten Linie zu komponieren. Dann muss man sich nur noch anhören, wie es klingt. Und wenn es nicht gut klingt, probiert man es noch einmal.  

Bei Michael Krausieder klingt es gut. Er komponierte eines Sommers fröhlich vor sich hin und stellte dabei fest, dass seine Hand entsprechend der entstehenden Melodie eine Linie vollführt. Es müsste doch auch umgekehrt gehen, dachte er: erst die Linie, und die macht die Musik. Er aktivierte seine Klassenkolleginnen und Klassenkollegen, und zu viert einigten sie sich rasch auf eine Aufgabenverteilung: Krausieder selbst übernahm die Softwareentwicklung, seine Kollegin Daniela Grulich das Design, Cruz Eichler überlegte sich ein Marketingkonzept, und Dominik Foral bewahrte den Überblick und besorgte die Projektdokumentation, damit nicht nur die entstandenen Kompositionen gute Noten hervorbringen, sondern auch die Diplomarbeit. 

Die iPad-App mit dem melodiösen Namen Melodioux besteht hauptsächlich aus einem Zeichenfeld, in dem die Hobbykomponistinnen und Hobbykomponisten per Finger und Touchscreen eine Linie beschreiben und diese dann abspielen können. Ebenfalls mit dem Finger können die Notenwerte in eine Rhythmusleiste eingefügt werden. Tonart und Tempo lassen sich dann noch auswählen und bringen Variation ins Spiel. Es findet sich noch nichts dergleichen auf dem Markt – Applikationen zum Arrangieren von Akkorden gibt es zwar schon, finden aber so viel Anklang, dass sie trotzdem auch im Rahmen von Melodioux angeboten werden. Musik wird zum Kinderspiel – tatsächlich ist die App auch für Kinder vorgesehen –, und professionelles Weiterarbeiten ist dann durch Exportieren als MIDI-Datei in jedem gängigen Audioprogramm möglich.  

Leichte Verstimmungen zwischen Design und Softwareentwicklung in der Anfangsphase waren leicht zu beheben: Die Linie wurde einfach neu gezogen und hörte sich dann schon viel, viel besser an.