Kategorie Engineering

2014/15

Intelligentes Waschbecken

HTL Wien 10 Ettenreichgasse

Team Intelligentes Waschbecken

Können Sie Gebärdensprache? Nein? Dann hat das neue Waschbecken an der HTL Wien 10 Ihnen etwas voraus.

Mit allen Wassern. Je nachdem, wie Sie Ihre Hand bewegen, erkennt es, was Sie von ihm wollen. Abschalten? Stärkerer Wasserstrahl? Andere Temperatur? Das Waschbecken bleibt unberührt und erfüllt Ihre Wünsche. Das ist aus zwei Gründen besonders praktisch: Zunächst sind wir doch alle froh, in öffentlichen Sanitäranlagen so wenig wie möglich mit den Händen anfassen zu müssen. Außerdem haben so vielleicht auch mehr Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen die Chance, barrierefrei mit dem Becken in eine waschechte Kommunikation zu treten. 

Entwickelt wurde das berührungslose LED-System als Diplomarbeitsprojekt von Peter Ertl, Benjamin Klutz, Lorenzo Kolaczia und Anto Skoro, nachdem sie erfahren mussten, dass es einen elektronischen Schutz gegen das Überlaufen von Becken schon gibt. Die neue Idee scheint nun einzigartig zu sein. Im Zentrum ist ein Gestenerkennungssystem mit Leap-Motion-Sensoren, mit denen etwa auch menschliche Bewegungen auf Roboter übertragen werden können. Die Sensoren integrierte das Team in ein in der Programmiersprache LabView selbst geschriebenes Programm – insgesamt wurde die Software-Arbeit als ein Zeitaufwandsposten des Projekts betrachtet, der sich ordentlich gewaschen hatte. Das Gestell des Beckens wurde dann in Zusammenarbeit mit diversen vom Projekt begeisterten Firmen so gefertigt, dass es die Steuereinheiten gut und unsichtbar beherbergte. Zugeschnitten wurde das Becken übrigens – durchaus passend – mit einer Wasserstrahltechnik. Und fertig war der Waschtisch, fantaschtisch! 

Um Benutzer/innen auf das interaktive Erlebnis ihrer bevorstehenden Handwäsche vorzubereiten, werden beim erstmaligen Erfassen einer Hand alle LEDs langsam hochgedimmt. Nach drei Sekunden, wenn die Faszination ob der Lichtspiele nachgelassen hat, beginnt das Hauptprogramm, die Wasch-Show: Bewegt eine Person ihre Hand senkrecht, ändert sich der Wasserstrahl, waagerecht die Temperatur (oder umgekehrt, das ist beliebig einstellbar). Wird sie die Hand wieder in Richtung Körper bewegt, stoppt die Wasserzufuhr. Ein Überlaufschutz ist somit gar nicht erst nötig und so was von gestrig. Tja.