Kategorie Engineering

2014/15

Zugluftfreies Nachströmventil für Wohnungslüftungsanlagen

HTL Ottakring

Team Zugluftfreies Nachströmventil für Wohnungslüftungsanlagen

Gute Luft ist nicht so leicht zu finden, und vor allem kann es kompliziert sein, sie zwischen vier Wänden aufrechtzuerhalten.

Zugkräftig. Zu Hause im Wohnraum müssen wir uns wohlfühlen, doch oft will die richtige Kombination aus Fensteröffnen und Ventilator nicht gelingen, um die stickige, stehende Luft in Bewegung zu bringen, ohne dass dabei gleich alle Türen lautstark zufallen. Deshalb gibt es eine Reihe von modernen Lüftungsanlagen: im Prinzip nichts anderes als strategisch platzierte Durchlässe, die uns das Gefühl nicht nehmen, in einem geschlossenen Raum zu sein, obwohl er – zum Glück! – so geschlossen gar nicht ist.  

Allerdings sind manche dieser Systeme technisch sehr kompliziert, wie Christoph Braunisch und Luca Sinn im Rahmen einer Potenzialstudie feststellten. Und, ganz wichtig: Viele Lüftungsanlagen sind heute zwar für Passiv- oder Niedrigenergiehäuser konzipiert und verbrauchen wenig Strom. Richtig klimafreundlich, fanden die beiden Schüler der HTL Ottakring, wären sie aber nur, wenn sie bei wenig Wartungsaufwand mindestens so lange halten wie die Hausfassade, in die sie eingebaut werden. 

Sie holten also tief Luft und arbeiteten für ihr Diplomarbeitsprojekt in gleich zwei Prototypen ein sogenanntes Nachströmventil aus, bei dem die sonst üblichen Zuluftventilatoren wegfallen und durch den Unterdruck ersetzt werden, der im Raum sowieso schon herrscht. Als erstaunlich kooperativer Partner erwies sich dabei der Wind: Wenn er stark ist, befördert er schnell viel Luft, ruht er, wird die Luft weniger und langsamer. Auch dieses Prinzip konnte für die Entwicklung des Ventils genutzt werden. In einer Strömungssimulation lieferten beide Prototypen genau das richtige Maß an Belüftung bis in jede Raumecke, ohne dass es erkennbar gezogen hätte, wie es so schön heißt, und ohne zu starken Temperaturunterschied zwischen innen und außen. 

So einfach ist das. Freilich durften die Zugführer Braunisch und Sinn trotz penibler Dokumentation und gezielt fairer Arbeitsaufteilung feststellen: Je einfacher etwas ist, desto mehr Zeitaufwand braucht es, bis es wirklich so einfach aussieht.