Kategorie Science

2014/15

INNovative Research

HTL Braunau

Team Innovative Research

Moschusochsen und Berggorillas, Tiger und Leoparden – das sind allseits bekannte bedrohte Tierarten irgendwo auf der Welt.

Stille Wasser sind innovativ. Was viele von uns nicht wissen: Auch das Europareservat Unterer Inn beherbergt gefährdete Tiere. Der Grund, dass wir es nicht wissen: Es sind Muscheln. Zeit, dass sich auch mit diesen eher actionarmen Wesen jemand beschäftigt. Zwei Jemande haben sich in diesem Fall die Gummistiefel angezogen und die Muschelpopulation besucht: Florian Billinger und Philipp Mayr von der HTL Braunau. Die beiden stauten (!) nicht schlecht, als sie vom Innkraftwerk Ering/Frauenstein damit beauftragt wurden, ein naturschutzfachliches Gutachten zu erstellen. Dessen Betriebserlaubnis läuft 2017 aus, und für eine Verlängerung muss der zufriedenstellende Ist-Zustand der Molluskenfauna des Stauraums erfasst werden. 

Das Naturschutzgebiet in der Grenzregion zwischen Oberösterreich und Bayern beherbergt die ökologisch wertvollsten Teile dreier Rückstauräume. Hier bestimmten Billinger und Mayr durch Kartierung der einzelnen geeigneten Gewässer die Häufigkeit der Muschelpopulationen und verglichen diese mit Aufzeichnungen aus den 1970ern, um zu erfassen, was sich in den letzten 50 Jahren verändert hat und warum. Zudem gingen sie der Frage nach, ob die Großmuscheln erhöhte chemische Werte im Wasser in deren Schale ablagern. Jetzt wissen die zwei In(n)sider alles über die Gemeine Teichmuschel, die Große Teichmuschel, die Gemeine Malermuschel, die Wander- und Zebramuschel und die Chinesische Teichmuschel. Letztere, wiewohl namentlich nicht so gemein, scheint sich neuerdings in der Gegend breitzumachen. Was tun? Go with the flow, oder ökosystematisch eingreifen?

 Ihre unterschiedlichen Erkenntnisse veröffentlichen die beiden Muschelforscher in der aktuellen Ausgabe der „Mitteilung der Zoologischen Gesellschaft Braunau“. Fazit: Die Ausbreitung einer neuen Art ist oft auf schlecht genutzte Ressourcen in heimischen Gewässern zurückzuführen, dieser Vorgang ist in den meisten Fällen anthropogen verursacht.Sprich: Der Mensch ist schuld. Eh klar.