Kategorie Science

2013/14

Nachweis von Antibiotika im Wasser

HTL Braunau

Team Antibiotikaimwasser

Die Erkenntnis ist zunächst alles andere als appetitlich. Antibiotika, also Arzneimittel gegen bakteriell ausgelöste Infektionskrankheiten, landen (zum Teil) auf dem Verdauungswege im Grundwasser.

Der aus dem Wasser floh. Dadurch nehmen wir sie zu uns – unfreiwillig, jeden Tag. Das ist aber nicht nur unappetitlich, sondern in erster Linie problematisch, da wir durch den gewohnten Antibiotikagenuss eine Resistenz gegen ebendiese entwickeln können. Und dann wirken die kräftigen Antibiotika eines Tages nicht mehr, wenn wir sie wirklich brauchen würden.

Diese Vorstellung finden Melanie Berger und David Denk ziemlich anti. Als erster Schritt zur Vorbeugung ließen sie sich von der Abwasserreinigung Braunau mit Wasserproben versorgen. Mit deren Hilfe entwickelten sie an der Bionik-Abteilung ihrer HTL ein Schnellverfahren, in dem getestet werden kann, ob und wie viel an den antibiotischen Wirkstoffen Penicillin G und Doxycyclin sich im Wasser eingenistet haben. Dazu mussten sie nicht nur sich, sondern auch das Wasser stark konzentrieren – denn nur so lässt sich die Vermehrung von Bakterien auf Nährmedium beobachten. Sind keine Antibiotika vorhanden, vermehren sich die Bakterien. Im Fall, dass doch, konnten Berger und Denk auch die Menge der Wirkstoffe feststellen, durch einen Größenvergleich sogenannter Hemmhofringe. Und? Oh ja, leider: große Hemmhofringe, zahlreich vorhandene Antibiotika.

0,000001 mol/l sieht zwar nach wenig aus, es reicht aber, um die Verhaltensweise von Lebewesen zu ändern. Dies wiederum wurde mit Bioindikatoren nachgewiesen. Bei Wasserflöhen waren im Mikroskop Veränderungen der Geschwindigkeit, Drehungen um die eigene Achse und sogar Salti zu beobachten.

Die beiden einander perfekt ergänzenden Projektteammitglieder erarbeiteten sich das Thema im Rahmen der gemeinsamen Diplomarbeit an der HTL Braunau. Wie aufgrund ihrer Erkenntnis mit dem unschönen Thema der Antibiotika im Wasser umgegangen wird, ist noch ungewiss. Aufgrund der erfolgreichen Jugend-Innovativ-Teilnahme jedenfalls sind mit Sicherheit alle Hemmhöfe weggebrochen, Drehungen um die eigene Achse und sogar Salti waren zu beobachten.