Kategorie Science

2013/14

No K.O. – Untersuchung zum Schnellnachweis von GHB und GBL in alkoholischen Mixgetränken

HTL Braunau

Team NO KO Tropfen

Zur Umfallvermeidung

Sie gehen in dieselbe Klasse an der HTL Braunau und haben sich die Hauptrollen in einer Musicalproduktion geteilt. Marina Brunner und Isabella Innerebner gehen durch Dick und Dünn – und gerne auch gemeinsam fort.

Dabei freuen sie sich, wenn sie auf Getränke eingeladen werden. Was sie aber gerne bitte vermeiden möchten, ist, am nächsten Tag festzustellen, dass sogenannte K.O.-Tropfen in den Drink gemischt wurden, die sie, wie der Name schon sagt, ausgeknockt haben. Nachweisen lässt sich die Straftat schon nach wenigen Stunden nicht mehr, und wer weiß, was in der Zwischenzeit, an die sie keine Erinnerung haben, alles passiert ist. Von Broschüren des Unterrichtsministeriums und gemeinsam angehörten Radiobeiträgen gewarnt, schworen sich die beiden Party-Vorsicht, fragten aber auch: Wer macht sowas? Und: Lässt sich dem K.O. nicht w.o. geben?

„Da habt ihr euch ja etwas ganz Einfaches ausgesucht“, runzelte der Projektbetreuer die Stirn. Und tatsächlich: Diverse Testreihen zur Entwicklung eines Schnelltests zum Nachweis der entsprechenden Wirkstoffe in Getränken brachten zuerst Enttäuschungen: Dünnschichtchromatografie erwies sich als ungeeignet, um die Matrix der Wirkstoffe aus der umgebenden Flüssigkeit zu lösen, UV-Licht, Aussalzen und Extraktion brachten keinen befriedigenden Nachweis. Brunner und Innerebner waren komplett K.O. – also nicht ganz so, als hätten sie Gamma-Hydroxybuttersäure (GHB) oder Gamma-Butyrolacton (GBL) zu sich genommen. So heißen die K.O.-Tropfen nämlich fachsprachlich.

„Gamma, Gamma!“, riefen sie einander stattdessen motivierend zu, bemühten das Labor auch in ihrer Freizeit und probierten verschiedenste Methoden aus. Steter Tropfen höhlt auch das KO, und so war dann am Ende alles OK. Farbige Eisensalze zur Probe hinzugetropft färben diese gelb, wenn kein GHB/GBL darin ist und lila/orange, wenn es gefährlich wird.

Die Frage nach dem Warum leitete das Team per Fragebogen an Männer und Frauen im Umfeld weiter. Vermutlich, so eine erste Erkenntnis, konzentriert sich das Phänomen auf bestimmte Cliquen. Trotzdem, die Damen: Wenn ihr den Jugend-Innovativ-Erfolg feiern geht – aufpassen, testen! Ihr wisst ja jetzt, wie.