Kategorie idea goes app

2013/14

Lehrlingssimulator

HTL Wels

Team Lehrling

Frisch eine Lehre anzufangen, das ist für viele 14- oder 15-Jährige wie ein comichafter Traum, in dem viele gefährliche Figuren auf sie zukommen, neue Welten sich eröffnen, Fragen offenbleiben und sie sich eigentlich gar nicht so recht auskennen. Dabei würden sie viel lieber zuhause sitzen und „World of Warcraft“ spielen. 

World of Arbeitskraft. Warum dann nicht gleich aus den Lehrjahren ein Computerspiel mit mehreren Levels machen? Die Arbeiterkammer Oberösterreich suchte nach Mitteln, Lehrlingen, noch bevor sie überhaupt angefangen haben, Arbeits- und Konsument/innenrecht verständlich und die Umstände des Lehrlingslebens schmackhaft zu machen. An der HTL Wels fand sie Stefan Kettlgruber, Johannes Lugstein und Michael Oberauer. Die drei Softwareentwickler dachten zuerst über eine Art Quiz nach, simulierten dann aber gleich als Android-Anwendung eine ganze virtuelle Welt: die Welt eines Lehrlings.

Und plötzlich wirkt das Arbeitsleben ganz überschaubar. Es besteht aus vier Gebäuden: Da gibt es eine Firma, einen Supermarkt, eine Arbeiterkammerfiliale und das Zuhause des Lehrlings. Input von tatsächlich in der Lehre befindlichen Freund/innen der HTL-Schüler ergab gemütliche Schlafzimmer zuhause, mangamäßig großäugige Kolleginnen am Getränkeautomaten und etwas furchteinflößende Chefs im Büro. „Wie ist es dir in der Berufsschule ergangen? Zeig mir bitte das Zeugnis“, sagt der Chef. Der Lehrling weiß (und klickt an): „Ich bin sogar verpflichtet, es ihm unaufgefordert zu zeigen.“ Geschafft, Punkte eingesackt, und weiter geht’s. Die Lehrjahre entsprechen Stockwerken, nur das jeweils aktuelle Level ist betretbar.

Augenzwinkernd bringt das Spiel Jugendliche der Arbeitswelt näher. Mit Minispielen wie „Rechnungen sortieren“ erzeugt das Team eine Idee, was ein kaufmännischer Lehrling in der Anfangszeit so tun darf, und durch YouTube-Einbettung können informative Videos der AK abgespielt werden. Im Idealfall wird der Lehrlingssimulator zum Lehrlingsstimulator und senkt die Hemmschwelle der jungen Menschen, die Arbeiterkammer mit Fragen zu kontaktieren. Und den Ausflug ins Lehrreich auch ganz analog und mit Freude anzutreten.