Kategorie Sustainability

2013/14

Varroa Mite, Farewell!

Be(e) alive

Rettet die Bienen! So tönt es seit geraumer Zeit aus Medien, Mündern und Supermarktketten.

Als Gründe für das vermehrte Bienensterben werden Krankheiten oder Parasiten angeführt, darunter die ursprünglich aus Asien eingeschleppte Varroamilbe, die heute auf allen Kontinenten außer Australien zu finden ist. Die Milbe ernährt sich vom Blut der Bienen und Larven, bedroht die Drohnen und überhaupt das gesamte Bienenvolk. Zu ihrer Bekämpfung werden bisher chemische Mittel eingesetzt, aber die schaden zum Teil den Bienen selbst. Das geht so weit, dass Rückstände davon auch schon im Honig entdeckt worden sind. Gibt es da keine anderen Bekämpfungsmethoden? Natürlich!

Auf Anraten ihrer Professorin setzten Maximilian Schröcker und Peter Weiss dazu an, ein natürliches Mittel gegen die Varroamilbe und eine Methode zu entwickeln, dieses effizient einem Bienenstock zuzuführen. Wäre doch honigsüß, wenn sich dadurch eine Neuansiedlung der Milben verhindern ließe, wenn keine chemischen Substanzen mehr zum Einsatz kommen müssten und das Bienensterben dennoch vermindert werden könnte. Die Biene-fizveranstaltung gefiel auch Imker/innen, die prompt Know-how, Equipment und Schädlinge zur Verfügung stellten.

Bei ihren Recherchen stießen die beiden Schüler der HTL Braunau auf ätherische Öle, die eine akarizide, also Milben bekämpfende Wirkung aufweisen, aber harmlos für Biene und Mensch sind. Die Schüler arbeiteten emsig im Labor und extrahierten die ätherischen Öle aus Walnussblättern, Kampfer, Thymian und Eukalyptus. Nun galt es, die Öle zu erhitzen, in eigens gebauten Testkammern – bewohnt durch Milben – zu verdampfen und eine exakte Dosierung zu ermitteln. Die Gasverteilung der ätherischen Dämpfe wurde gemessen, Ergebnisse mit selbst programmierter Software verarbeitet. Wie bei den Bienen selbst legten die beiden Diplomanden in der Teamarbeit auf eine gute Arbeitsteilung Wert: Während Weiss zum Beispiel die Analyse des Öls durchführte, versuchte sich Schröcker an der Programmierung der Gasmessung.

Bald könnte der Wirkstoff über Imker/innenverbände verbreitet werden und den Einsatz von Pestiziden vermindern. Dann hieße es wie im Projekttitel: „Varroa Mite, Farewell“! Und zwar forever.