Kategorie Design

2016/17

Modulares Fahrradkonzept

HTBLVA Ferlach

Team Modulares Fahrradkonzept

Ein Fahrrad wie ein Legoset: Ein Rahmen kann für alle Laufradgrößen und sogar beide Fahrtrichtungen angepasst werden.

Im Rahmen der Möglichkeiten. „Verrückt, aber umsetzbar“, kommentierte die Firma Nicolai die Idee ihres Ferialpraktikanten, ein modulares Fahrrad zu entwickeln und lehnte eine Kooperation ab. Thomas Terschan war fasziniert, aber auch frustriert von der Tatsache, dass ein Fahrrad, einmal gebaut, nicht mehr verändert werden kann. Egal, welche Frisur oder Jacke man gerade trägt, wie groß man ist oder über welches Gelände man fahren will – das Fahrrad wird immer gleich aussehen. Ist das Kind gewachsen oder hätte man lieber ein Mountain- als ein Citybike, muss man eben ein neues kaufen.  

Im Alleingang konstruierte der Schüler der HTBLVA Ferlach daher ein Konzept für einen modularen Fahrradrahmen, der mit dem oder der Fahrenden mitwächst. In der Vergangenheit wurden Fahrradrahmen aus ihren Einzelteilen meist zusammengeschweißt und waren danach steif und unflexibel. Thomas Terschan vergoss seinen Schweiß lieber in der Konzeption. Kern seiner Arbeit ist eine sogenannte Feder-Nut-Steckverbindung, dank der die einzelnen Teile zusammengesetzt und wieder auseinandergenommen werden können. Das Stecksystem ist auch mit Schrauben gesichert, um Festigkeit und Stabilität zu gewährleisten.  

Falsch zusammenbauen ist technisch gar nicht erst möglich. Sogar die Fahrtrichtung ist nicht in Stein gemeißelt: Das Rad besitzt eine sogenannte Lefty-Starrgabel und eine einseitige Hinterbauschwinge, das bedeutet, dass sowohl vorne als auch hinten ein Vorderrad montiert werden kann. Neben dem einzigartigen kantigen Aluminiumdesign bedeutet das vor allem eines: dass ein gutes Rad nicht unbedingt teuer sein muss. Und: Ein gutes Rad, das können auch mehrere gute Räder sein. 

Bislang war Thomas Terschan über Hunderte von Stunden sein eigener Radgeber: zeichnete Pläne, rechnete und renderte digitale Modelle und verglich sie miteinander. Im März 2017 fuhr er dann zu einer Veranstaltung in Klagenfurt – vielleicht ja stilecht auf seinem Fahrrad? – und stellte das Projekt dort als potenzielles Start-up vor. Gut möglich also, dass er für Produktion und Vertrieb seines chicen modularen Gefährts bald ein paar neue Gefährtinnen und Gefährten im Sattel hat.