Kategorie Engineering

2016/17

Chess Robot

HTBLuVA Waidhofen an der Ybbs

Team Chess Robot

Der neue Schachroboter funktioniert mithilfe einer intelligenten Kamera.

Höhere Matt-ematik. Von Schachcomputern hört man ja immer wieder in den Medien, dass sie die größten Weltmeister besiegen. Für Schachroboter gab es bisher nur ein 35 Jahre altes Patent, und das hatte irgendwas mit Magneten zu tun. Martin Datzberger und Michael Kendler haben jetzt einen neuen Schachroboter entwickelt. Der sieht, greift zu und macht seinen Zug. 

An der HTBLuVA Waidhofen an der Ybbs waren Industrieroboter und ein intelligentes Kamerasystem angekauft worden, was die beiden schachbegeisterten Entwickler zu ihrem Projekt inspirierte. Ihr „sehender“ Roboter kann gegen menschliche Gegnerinnen und Gegner im Schach antreten. Er kennt die Regeln und hält sie ein. Gleichzeitig ist er nicht nachtragend, wenn sein Gegenüber einen ungültigen Schachzug macht. Er stellt die Figuren einfach wieder an ihre ursprüngliche Position und wartet, bis ein korrekter Zug erfolgt. Freundlichkeit, Geduld und Korrektheit: die besten Voraussetzungen für mehr Vertrauen gegenüber Robotern der sogenannten „Industrie 4.0“, die bald in unserem Leben immer präsenter sein werden, nicht nur vor dem schwarzweißen Brett. 

Das Schachbrett ist aus völlig transparentem Glas, die Figuren edel gefertigt, schlank, damit der Backengreifer genug Platz hat, und gut voneinander unterscheidbar, damit die intelligente Kamera keinen Missverständnissen unterliegt. Die Figuren der zwei Spielfarben sind sogar – mithilfe von CNC-Maschinen – aus unterschiedlichen Materialien gefertigt. Die Robotersteuerung schließlich kalibriert zwischen den Koordinationssystemen des Roboters und des Kameraauges, berechnet das Gesehene anhand der Schachregeln und handelt entsprechend. Auch geschlagene Figuren am Rande des Spielbretts hat der Chess Robot im Blick.  

Sowohl in der Kommunikation mit dem Projektbetreuer, Unternehmenspartnerinnen und -partnern und Sponsorinnen und Sponsoren als auch zwischen den beiden Check-Mates Datzberger und Kendler herrschte jederzeit Fairplay. Jetzt ist nur noch die Frage, wer die besseren Strategien hat: Mensch oder Maschine. Die Geschwindigkeit der Roboterbewegungen immerhin kann während des Spiels geregelt werden. Einen kleinen Vorsprung muss der Mensch sich ja doch bewahren.