Kategorie Engineering

2016/17

Zaunmähwerk

HTBLA Neufelden

Team Zaunmähwerk

Die hydraulische Vorrichtung kann am Traktor angebracht werden und mäht das Gras rund um einen Elektrozaun aus.

Hydrau dich! „Muh!“, sagt die Kuh. „Mäh!“, sagt der Landwirt und Rinderzüchter Friedrich Breuer seit Kurzem zu einer Maschine, die das Gras rund um den Zaun abmäht, der seine Kühe im Zaum hält. Der ist nämlich elektrisch, weshalb die Abgrasung nicht wie sonst auf der Weide von Herrn und Frau Muh erledigt wird, sondern eben vom Mähwerk. 

Ausgeheckt haben es Michael Auberger, David Märzinger und Julian Stockinger, nachdem sie feststellten, dass es zwar schon Geräte zum Ausmähen von dicken Holzzaunpflöcken gibt, diese für Herrn Breuers Stahlzaun aber ungeeignet sind. Er bräuchte professionelle Maschinen, wie die Straßenmeisterei sie nutzt, und die kann er sich nicht leisten. Das ideale Mähwerk musste also an seinen bereits bestehenden Traktor andockbar sein. 

Ist es, und zwar über einen hydraulischen Armausleger, der durch drei Gelenke schwenkbar ist; dadurch kann er Böschungen und Gräben ausgleichen. Die Mäheinheit ist auf einem Hauptzapfen drehbar gelagert und kann sich zur Seite drehen, wenn ein Zaunpfosten sich ihr in den Weg stellt. Mit zwei Hydraulikzylindern können Neigung und Höhe der Mähscheibe an den Boden angepasst werden – der Weidezaun ist etwa 40 cm hoch. Und es bleibt hydraulisch: Die Mähtrommel wird mit einem Hydraulikmotor angetrieben. Die Konstruktion verliert keine Zeit: Während des Mähens bleibt der Traktor stets in Fahrt. Ohne sich übermäßig zu verbiegen und sich Rückenschmerzen zuzuziehen, hat der Landwirt außerdem eine gute Sicht auf das Mähwerk, da es seitlich angebracht ist. 

Einen Seitenblick haben auch andere Rinderzüchter schon auf das neue Produkt geworfen. Das Projektteam ist zuversichtlich, die richtige Mähthode gefunden zu haben, auch wenn das im Frühjahr schwer überprüfbar ist: Mähen ohne Gras – keine g’mahte Wies’n. Immerhin Mechanik und Hauptfunktionen konnten unter die Lupe genommen werden. Jetzt können sich die Herren Auberger, Märzinger und Stockinger also vorerst auf das Abgrasen innovativer Finaleinladungen konzentrieren.