Kategorie Science

2016/17

Die Dimensionsänderung von Holz durch Klimaveränderung

Holztechnikum Kuchl

Team Dimensionsveränderung von Holz

Mit dem sogenannten Klimaschwindmaß lässt sich leichter feststellen, wie sehr Holz bei Feuchtigkeit quillt.

Mit Maß und Ziel. Beim Jeanskauf, beim Naschen, beim Bierkonsum, beim Arbeiten, na wenn wir ehrlich sind, bei so ziemlich vielem im Leben gilt es vor allem eins zu finden: das rechte Maß. Das gilt selbst dann, wenn man innovativen Vorhaben wie Adrian Schrenk und Julian Goßen nachgeht und dabei in „schwind-erregende“ Dimensionen gerät.

Nehmen wir an, es ist Winter und wir möchten in unserem klimatisierten Wohnzimmer mit 20 °C Raumtemperatur und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 35 % einen Vollholz-Eichen-Fußboden mit 8 % Holzfeuchtigkeit verlegen lassen. Dabei sollten wir bedenken, dass im Sommer die relative Luftfeuchtigkeit auf rund 80 % ansteigen kann und das Holz die Feuchtigkeit aufnehmen beziehungsweise zu quellen beginnen wird. Darum sollte beim Verlegen der Dielen unbedingt ein gewisser Fugenabstand eingehalten werden, weil sich sonst der Fußboden, wenn er zu nahe an der Wand liegt, „schüsseln“ könnte. Dieses Abstandhalten wird leider heutzutage vermehrt vernachlässigt, und „Schüsselerlebnisse“ sind Reklamationsgrund Nummer eins. 

Um nun errechnen zu können, wie groß der Fugenabstand bei einem Holzboden sein muss, entwickelten die beiden Schüler der HTL Kuchl das sogenannte „Klimaschwindmaß“, konkret „das differentielle klimatische Schwindmaß für Holz in der Einheit Prozent Dimensionsänderung pro Prozent relative Luftfeuchteänderung“. Das Klimaschwindmaß wird für Holzarten, Holz allgemein und jede Schnittrichtung angegeben. Mit diesem Maß können Profis und Laien im Vorhinein errechnen, um wie viele Zentimeter ihr Fußboden aufquillt und wie viel Raum er im Raum braucht. Dadurch können Fehler im Vorhinein eingeschränkt werden. Die Ergebnisse sind mit praktischen Versuchen überprüft und verifiziert worden und dem Schwindmaß wird bereits viel Bedeutung beigemessen. 

Trotz kleinerer Unstimmigkeiten, die ab und an im Team auftraten, kann man mit Fugen und Recht behaupten, dass die Zusammenarbeit gelungen war. Maßgeblich dafür waren einerseits komplexe Rechenkünste, andererseits das gemeinsame Ziel.