Kategorie Sustainability

2016/17

Ein Haus für Straßenkinder

HTBL Pinkafeld

Team Ein Haus für Straßenkinder

Das fünfköpfige Projektteam konzipiert eine ressourcenschonend zu errichtende Wohn- und Ausbildungsstätte für junge Menschen in Ruanda.

Hausverstand. In vielen Regionen Afrikas treiben Armut, Verwaisung, Bürgerkriege, Krankheiten und der Kampf ums Überleben unzählige Kinder und Jugendliche auf die Straße. Um für diese Kinder in dem kleinen zentralafrikanischen Land Ruanda Lebensperspektiven zu schaffen, ist die NGO Love for Hope (LFH) seit 2008 im Einsatz. Als neuestes Ziel hat sie sich gesetzt, ein Straßenkinderzentrum zu errichten. Im Sommer 2017 soll damit begonnen werden, und das Fundament ist eine durchaus erbauliche Diplomarbeit von Stephan Bunner-Szabo, Philipp Dragosits, Stefan Lorenz, Thai Son Nguyen und Marco Sailer auf der HTBLuVA Pinkafeld.  

Das Haus für Straßenkinder umfasst Heim, Schule, Sportplatz, Übungsfarm und Werkstätte. In der ersten Phase soll es rund 30 Kindern ein Zuhause bieten, Ziel ist aber, über 300 Menschen beherbergen und doppelt so viele ausbilden zu können. Des Weiteren werden Voraussetzungen dafür geschaffen, dass das Zentrum durch seine Bewohnerinnen und Bewohner sukzessive und jederzeit erweitert werden kann und somit ausbaufähig bleibt – ein Haus, das sich selbst vergrößert. 

Das Projektteam aus HTBLuVA und LFH baut vor allem auf Ressourcenschonung. Motto: Baumaterialien müssen nicht Baummaterialien sein. Nach persönlichen Recherchen auf dem Boden der ruandischen Tatsachen stellte man fest: Holz, Stahl und Tonziegel wären für ein Haus vielleicht die naheliegenden Materialien, vor Ort liegen aber andere Stoffe näher, Lateritböden zum Beispiel bilden ein Drittel von Afrika. Mit Wasser und einem Bindemittel wie Kalk sollen aus Laterit nachhaltige Ziegel gebildet werden. Um die richtige Zusammensetzung zu finden, wurden Bodenproben aus unterschiedlichen Tiefen entnommen. Außerdem reichlich vorhanden: Bambus. Es wächst schneller als Holz, ist leichter und – ein Gras! Pflücken statt Abholzen: So werden Kosten und CO2 gespart.  

Stroh bietet zudem Dämmung gegen Überhitzung und Regenwasser wird in einem kleinen Teich gesammelt und zur Bewässerung herangezogen. Durch das zur Verfügung gestellte Know-how und die notwendigen Werkzeuge kann Love for Hope Produkte mit minimalem ökologischen Fußabdruck produzieren und propagieren. Hoffnungsvoll wartet das Team auf einen arbeitsreichen Sommer in einem aufregenden Land.