Kategorie Design

2017/18

Konzeptionierung modularer Schlafplätze für Obdachlose

HTBLuVA Salzburg

Projekt-Team Konzeptionierung modularer Schlafplätze für Obdachlose

Umweltfreundlich hergestellte Wohnkabinen sollen Obdachlosen privatere und hochwertigere Unterkünfte bieten.​​​​​

Für 100 Euro ein Haus bauen, das geht, hat der laotisch-deutsche Lebenskünstler und Architekt Van Bo Le-Mentzel vor ein paar Jahren festgestellt und in die Welt hinausgerufen. Seine „Tiny Houses“ sind mittlerweile sehr in. Laura Mudra und Gabriela Pranjic geht das nicht weit genug. Sie suchten sich für ihr Diplomprojekt im Fachbereich Interior- und Surfacedesign an der HTBLuVA Salzburg ein reales Problem: Obdachlosigkeit. Und die wird durch billiges Bauen alleine nicht bekämpft, da gerade in Salzburg die Baugründe recht teuer sind.​

Die „Units“, die sie nach eingehender Recherche entworfen haben, sind aus hochwertigen, umweltfreundlichen Materialien in der Holzrahmenbauweise und einer Dämmung aus Flachs hergestellt und daher lange haltbar. Sie bieten Platz zum Schlafen, aber auch für weitere Möbel, die eigens dem kleinen Raum angepasst sind und mit raffinierten Stecksystemen arbeiten. Sogar ein Kippen des Fensters ist möglich. Ästhetisch sind die Module leicht wiederzuerkennen und aufgrund des bunten Designs sogar ansprechend: Zu jeder Türfarbe gibt es einen passenden Schlüssel mit Karabiner aus dem 3D-Drucker.​

Die neu entworfenen Wohnboxen sind keine durchgehenden Quader, eine obere Kante ist abgeschrägt. Hier liefert ein Solarpaneel ausreichend Licht, während die Privatsphäre im Inneren gewahrt bleibt. Das Bett befindet sich platzsparend unter der Dachschräge. Nachts produziert das „Gravity Light“ Licht mithilfe der Schwerkraft, und die ist nun wirklich gratis. Wenn aus diversen Gründen der Standort des Moduls geändert werden muss, lässt es sich leicht auf einen Anhänger manövrieren. Sanitäranlagen sind keine vorhanden, denn hier hoffen Laura Mudra und Gabriela Pranjic, dass ihre chicen Schlafkojen im Zusammenhang etwa mit Hilfsorganisationen aufgestellt werden.​

Denn nach der intensiven Einarbeitung in für sie bisher ungekannte Bereiche wie Holzverarbeitung und Bauingenieurswesen, aber auch in soziale Details der Wohnungsnot steht für die Baumeisterinnen fest, dass sie ihr Projekt auch nach der Schule fortsetzen wollen. Bei Caritas und Co. werden sie unermüdlich hausieren gehen, damit auch ihre Tiny Houses selbst ein wohlbehütetes Zuhause finden.​