Kategorie Engineering

2017/18

Seat Detection System

HTL 3 Rennweg Wien

Projekt-Team Seat Detection System

Ein Messsystem informiert vorab über die Sitzplatzbelegung in Zügen und ermöglicht eine angenehmere Verteilung der Mitfahrenden.​​​​​

Da gibt es diese wunderbare automatische U-Bahn-Durchsage der Wiener Linien: „Liebe Fahrgäste! Bitte benutzen Sie sämtliche Einstiege. Sie verzögern die Abfahrt.“ Wirklich? Und was sollen wir jetzt machen? Woher sollen wir denn vor Einfahren des Zuges wissen, wo Leute aussteigen werden, wer noch im letzten Moment dazukommen wird, und wo die anderen stehen? Der Frust Zug fahrender Menschen, aber auch der Fahrerinnen und Fahrer angesichts teilweise verstopfter, teilweiser aber völlig leerer Züge ist andererseits wieder verständlich. ​

Eine vorab aufgenommene Pauschalanklage der Fahrgastgemeinschaft löst das Problem sicher nicht. Dafür haben Markus Peternell, Florian Rebernig, Jonathan Schmidt und Mario Wolf jetzt für Überlandeisenbahnen in Österreich ein System entwickelt, das für eine besser verteilte Sitzplatzbelegung sorgen kann. Auch hier kann es passieren, dass Einsteigende vor gefühlter Überfüllung am liebsten gleich wieder aussteigen wollen. Drei Waggons weiter herrscht die Art von gähnender Leere, die regelmäßige Pendlerinnen und Pendler gerne in vollen Zügen genießen.  ​

Eigentlich wollten die vier Diplomanden an der HTL 3 Rennweg ein Tischbelegungssystem für Restaurants entwickeln, mussten aber anerkennen, dass die besten Infos hierüber die Kellnerinnen und Kellner servieren können. Also fuhren sie nach Hause – unausstehlich stehend in der Eisenbahn. Die neue Idee war auf Schiene und fand bei einem bekannten privaten Bahnbetreiber auch Anklang. Bedingung: Bestehende Sitze durften nicht angetastet, das System musste also über den Plätzen angebracht werden.​

Und so geht’s: Über eine Webseite bzw. in weiterer Folge an Bahnhöfen und in den Zügen selbst können die erfassten Daten angezeigt werden. Sensoren an der Decke der Waggons messen Distanzen und Temperatur. Beträgt die Messtemperatur in einem bestimmten Bereich um die 36 °C, befindet sich dort wohl ein Mensch. Ist dieser recht weit weg von der Decke, handelt es sich wahrscheinlich um ein Kind – der Sitzplatz ist jedenfalls belegt. Bei allem, was kälter ist, handelt es sich womöglich nur um abgelegte unbelebte Objekte. Für die gilt dann eine andere altbekannte Durchsage: „Wir bitten Sie, Sitzplätze von Taschen und anderen Gegenständen freizuhalten.“​