Kategorie Engineering

2017/18

Automatische Aufwickelvorrichtung für Sicherheitsnetze, wie sie bei Skirennen eingesetzt werden

HTL Waidhofen/Ybbs

Automatische Aufwickelvorrichtung für Sicherheitsnetze wie sie bei Skirennen eingesetzt werden

Nur noch zwei statt 15 Minuten dauert das Aufwickeln von Sicherheitsnetzen nach Schirennen mit einer ausgeklügelten Neukonstruktion.​​​​​​

Immer gibt es einen Wickel beim Wickeln. Wobei hier jetzt nicht Babys gemeint sind, sondern Sicherheitsnetze. Ein Bekannter von Jakob Geiger, Michael Giritsch und Sebastian Hochedlinger arbeitet als Torrichter bei Skirennen und beklagte sich bei seinen Kollegen über die Umständlichkeit der wichtigen, weil manchmal lebensrettenden Teile. Während des Rennens dienen sie dazu, Unfälle abzufedern. Nachher müssen sie händisch am Hang zusammengerollt und hinuntergeschleppt werden, oft nachts bei Eiseskälte und ohne Skier. Schier eine Qual, denn allzu leicht hat der oder die Wickelnde sich verwickelt.​​

Um die Aufwicklung künftig besser abwickeln zu können, haben sich Geiger, Giritsch und Hochedlinger für das Netz etwas Nett’s einfallen lassen. Es handelt sich um eine Wickelwelle, deren einzelne Stücke erst vor Ort durch Druckknöpfe verbunden werden. Das sorgt für einen konstanten Windedurchmesser und verhindert, dass das Netz schief gewickelt wird. Auf dieser perfekten Welle wird das Netz beidseitig befestigt, auf einer Seite mithilfe eines Seiles festgespannt. Die Befestigung klappt beim Herunterziehen des Netzes mit dem Rahmen weg und ist dem Netz dann nicht mehr im Weg. Mit Sicherheit!​​

Wichtig ist auch ein möglichst leichter Rahmen, denn für das Heruntertragen ist immer noch mindestens eine Person verantwortlich, besser zwei. Zum Antreiben der Vorrichtung dient ein Akkuschrauber, wie er sowieso fürs Einbohren von Toren und Netzen bei Skirennen benötigt wird, oder eine Handkurbel. Ein passendes Planetengetriebe entwickelten die drei Netzwerker schnell einmal selbst, weil der Markt keines feilbot.​​

Indem einzelne Komponenten ausgetauscht werden, kann das Produkt aber ohne Weiteres auch für das Aufwickeln von Verpackungsfolien zum Einsatz kommen. Der Prototyp, den das Projektteam gefertigt hat, wird im nächsten Winter hoffentlich erst Skibewerbe absichern und dann sicherstellen, dass die beim Abbau Helfenden früher nach Hause können. Die Wickelzeit dauert jetzt nämlich statt 15 nur noch zwei Minuten. So schnell ist nicht einmal ein Baby gewickelt.​​