Kategorie Science

2017/18

Wasserreinigung mit Moringa

HTL Braunau

Projekt-Team Wasserreinigung mit Moringa

In diversen Versuchen untersucht das Projektteam das Potenzial des indischen Meerrettichbaums für die Trinkwasserreinigung.​​​​

Es gibt da einen Baum, der trägt den Namen Moringa Oleifera, auch Meerrettichbaum genannt. Dieser Baum schlägt Wurzeln im indischen Teil des Himalaya, und es heißt, seine Samen besäßen die Kraft, verschmutztes Wasser zu reinigen. Schon 0,1 Gramm eines Moringa-Samens würden reichen, um einen Liter Schmutzwasser in Trinkwasser zu verwandeln. Ein Märchen? Vielleicht. Katharina Leitner und Mario Tutzer von der HTL Braunau haben sich das mal näher angeschaut.

Seit dem Jahr 2010 ist der Zugang zu sauberem Wasser laut UNO ein Menschenrecht. In vielen Ländern der Erde herrscht jedoch immer noch Wasserknappheit. Das Trinkwasser ist verschmutzt, saubere Quellen befinden sich im Besitz von Großkonzernen, Abwässer gelangen unbehandelt zurück in den Wasserkreislauf. Zugang zu Trinkwasser ist also für einen Großteil der Menschheit alles andere als selbstverständlich! Wasser soll denn das?

Im Rahmen dieses Projekts wurde also zunächst geprüft, ob der Moringa-Samen überhaupt als Wasserreiniger fungiert und wie sich dessen Zugabe auf Ammonium-, Nitrat- und Nitritgehalt auswirkt, die für Wasserverschmutzung ausschlaggebend sind. Basierend auf diesen Tests entwickelte das Team eine Wasserreinigungsanlage. Vereinfacht ausgedrückt wird dabei in Behältern verschmutztes Wasser mit Moringa-Samen vermischt. Die werden vorher getrocknet und gemahlen, weil dadurch die maximal mögliche Oberfläche für den Reinigungsvorgang genutzt wird. Nach einer gewissen Zeit sinken etwaige Schmutzpartikel mit dem Samen zu Boden und das gereinigte Wasser kann abgelassen werden. Außerdem hat das Projektteam getestet, ob das mit der Reinigung durch einen höheren Druck im Behälter nicht vielleicht noch einmal ein bisschen schneller geht.

In punkto Arbeitsteilung konnten einander Schülerin und Schüler ebenfalls das Wasser reichen – so kümmerte sich Frau Leitner um Messungen, Analysen und Proben, während Herr Tutzer den mechanischen Teil übernahm, um die Anlage so effektiv wie möglich zu gestalten. Mit gemein-Samen Anstrengungen sorgen sie dafür, dass es ein paar Menschen mehr auf der Welt gibt, die mit allen Wassern gewaschen sind – auch den sauberen.