Kategorie Engineering

2017/18

VEINSualize

IT-HTL Ybbs

Projekt-Team VEINsualize

Um Venen für Einstiche leichter ausfindig zu machen, kommt ein neu entwickeltes System aus Nahinfrarotlicht und Bildbearbeitung zum Einsatz.

So eine Blutabnahme oder Infusion ist ohnehin schon nicht lustig, viele haben Angst davor oder kippen um. Wenigstens sollte das Einstechen in die Vene also schnell und schmerzlos vorübergehen. Dazu hilft es, wenn die Nadel und die Vene einander sofort finden. Dass das nicht immer klappt, kann am nervösen medizinischen Personal oder aber an diversen Erkrankungen bei den Patientinnen oder Patienten wie Fettleibigkeit oder Blutunterdruck liegen, manchmal aber auch einfach daran, dass sie Kinder sind und die Blutadern noch keine klare Form angenommen haben. Um einen Katheter bei einem Kind zu legen, braucht es im Schnitt 2,35 Versuche.

Mit ihrer Idee eines Systems zum besseren Venentreffen haben sie also einen Nerv getroffen, die fünf Teammitglieder von VEINSualize: Reinhard Emsenhuber, Johannes Kern, Julia Kummer, Marina Samardjic und Daniela Schroll. Das er-venen-swerte Gerät, das sie im Rahmen ihrer Diplomarbeit an der IT-HTL Ybbs entworfen haben, erkennt sogenannte periphere Venen mithilfe von Nahinfrarotlicht und visualisiert deren Muster auf einem Singleboardcomputer. Wenn das Venenbild dann direkt auf die Haut projiziert wird, kann fast nichts mehr schiefgehen. Ganz einfach.

Der Weg dorthin hört sich allerdings ein bisschen komplizierter an: Da gibt es Akkus, Raspberry-Pis, LED und PCB-Platinen, eine NoIR-Kamera und ein CSI-Interface. Für jeden Teilbereich gab es eine zuständige Person, das gesamte Herzblut – um beim Thema zu bleiben – lief bei der Projektleiterin Julia Kummer zusammen. Weit über hundert Arbeitsstunden pro Teammitglied ermöglichten eine relativ kostengünstige Herstellung des Produkts, was hoffentlich zu dessen Verbreitung beiträgt.

Eines seiner praktischsten Features lässt sich so anschaulich machen wie eine Vene durch VEINSualize: Wenn die Kamera die Venen einmal gefunden und aufgenommen hat, lässt sich mit simpler Bildbearbeitung der Kontrast steigern und das begehrte Objekt noch sichtbarer machen. Das ist also ganz wie beim Herrichten der Urlaubsfotos für Social Media – nur eben mit Lebenretten und so.