Kategorie Engineering

2017/18

Stallmiststreuer mit integrierter Scheibenegge

HTL Wiener Neustadt

Projekt-Team Stallmiststreuer

Eine innovative Maschine verteilt Stallmist als Düngemittel auf Äckern und arbeitet ihn gleichzeitig in den Boden ein.

Was soll man sagen, es stank einfach zum Himmel. Die Nachbarschaft hatte die Nase voll. Dabei war Landwirt Tritremmel einfach seiner Arbeit nachgegangen und hatte den Stallmist aus seiner Viehzucht auf einem neu gepachteten Acker verteilt, um ihn wenige Tage später in den Boden einzuarbeiten. Der stickstoffhaltige Dung eignet sich nun einmal als fruchtbares Düngemittel für die anstehende Saat. Allerdings musste sich Herr Tritremmel Beschwerden der umliegenden Anwohnerinnen und Anwohner gefallen lassen. „Weg mit dem Mist!“, forderten sie, nicht ganz unverständlicherweise, aus olfaktorischen Gründen. „Zu feucht noch“, entgegnete der Ackerbauer kleinlaut und brachte seinem Sohn Martin, Schüler an der HTL Wiener Neustadt, eine Projektidee mit nach Hause.

Dieser zeichnete sogleich die ersten Entwürfe für eine Maschine, die Stallmist transportiert, verteilt und gleichzeitig einarbeitet, ohne ihn vorher lufttrocknen zu müssen. Potenzielle Mitglieder seines Projektteams rümpften nur die Nase, sodass Martin Tritremmel sich den Feldversuchen rund ums landwirtschaftliche Multitasking vorläufig alleine stellte und erst im Laufe der Zeit Partnerunternehmen für die Umsetzung eines Prototyps suchte.

Der Tausendsassa unter den Miststreuern verfügt über einen Wannenaufbau, ein Streuwerk an der Vorderseite und auf der Unterseite einen Reifenpacker und eine Kurzscheibenegge, die im Vorbeifahren den Boden auf- und das (d)ungeliebte Ladegut hineinmischt. Dieses wird zuvor über den Wannenboden zu Fräswalzen bewegt, die es zerkleinern wie die elektronische Käsereibe den Parmesan. Mit der innovativen Konstruktion spart sein Vater sich Zeit, Kraftstoff und Ärger. Außerdem kann es sein, dass er einen besseren Ertrag erzielt, weil der mist-eriöse Stickstoff früher Gelegenheit hat, seine wachstumsfördernde Wirkung im Boden zu entfalten.

Seine Patentrecherchen haben nebenbei ergeben, dass kein bestehendes Streukonzept seinem ähnelt. In der Hoffnung auf einen weltweiten Erfolg seiner brandneuen Maschine hat Martin Tritremmel sich schon ein Branding dafür überlegt: Die Marke „TRITREMMEL DESIGN“ ist wahrscheinlich das Stylischste, was es je im Zusammenhang mit Stallmist gegeben hat.