Kategorie Engineering

2017/18

ActiHealth – Biofeedback-Gaming-Plattform für Reha- und Fitnesstraining

HTL Anichstraße

Projekt-Team ActiHealth

Sport und Rehabilitation werden mit abwechslungsreichen Computerspielen verbunden

Es ist das alte Dilemma: Sinnvoll wäre es, sich zu bewegen und etwas für die Fitness zu tun. Viel lieber würden wir aber zu Hause auf der Couch abhängen und ein aufregendes Computerspiel spielen, das uns die Zeit vertreibt. Überwinden wir den inneren Schweinehund, ja oder nein? Sieben Herren aus verschiedenen Abteilungen der HTL Anichstraße in Innsbruck haben eine dritte mögliche Antwort: Sie lassen den Schweinehund verhungern. Im Auftrag einer Medizintechnikfirma haben Clemens Gamper, Florian Griesebner, Tobias Muigg, Matteo Pilz, David Thaler, Filip Rezo und Elias Gendu nämlich ein umfassendes Programm erstellt, um Fitness- oder Rehaübungen mit abwechslungsreichen Games zu kombinieren.

Das Monsterprojekt umspannt gleich drei Diplomarbeiten und mehrere technische Disziplinen von der Entwicklung der Spiele, dem Bau der elektronischen Schaltungen, der Anpassung der Sportgeräte bis hin zur Integration der entsprechenden Sensorik. Mit digitalen Applikationen hatte zuvor noch keiner der fünf Schüler gearbeitet, tiefe Einblicke in die Disziplinen der Kollegen waren nötig – die Arbeit glich also einem Langzeit-Multiplayer-Computerspiel mit zahlreichen Levels. ​

Es begann damit, sich mit EMG-Signalen auseinanderzusetzen. Elektromyografie ist eine Methode, die elektrische Muskelaktivität zu messen. Diese Mechanismen wurden auf verschiedene Spiele übertragen, die „FlyLittleBird“, „Stack“, „Jetpack“, „Labyrinth“ und „Eier legen“ heißen. Sie trainieren unterschiedliche Muskelgruppen, Motorik, Balance, Koordinations- und Reaktionsfähigkeit bei gesunden Sportlerinnen und Sportlern, aber auch beispielsweise nach einem Schlaganfall. Je nach Beschwerden können die Trainierenden das entsprechende Spiel auswählen, langweilen sich nicht beim Sport und verhindern die tretmühlenhafte Wiederholung immer derselben Bewegungen. Zumindest kommt es ihnen nicht so vor. ​

Der Schwierigkeitsgrad orientiert sich am Fortschritt. So war das natürlich auch beim interdisziplinären Jugend-Innovativ-Spiel, das game-einsam unter sportlich fairer Verteilung der Aufgabengebiete gemeistert wurde. Game over, und alle Player haben gewonnen!​