Kategorie Sustainability

2017/18

Analyse des Wiedereinsatzes der Feinberge am Erzberg

HTL Leoben

Projekt-Team Analyse des Wiedereinsatzes der Feinberge am Erzberg

Drei Schüler prüfen die Rohstoffsituation des Erzbergschlamms in der Steiermark und kommen auf überraschende Ergebnisse.

Seit dem 11. Jahrhundert wird am Erzberg in der schönen grünen Steiermark Eisenerz beziehungsweise Siderit abgebaut. Hier betreibt die VA Erzberg GmbH nicht nur den größten Eisenerztagbau Mitteleuropas, sondern kümmert sich dabei auch um das größte Sideritvorkommen weltweit. Etwa zwölf Millionen Tonnen Gestein werden hier am sogenannten „Steirischen Brotlaib“ jährlich gewonnen und zu drei Millionen Tonnen Feinerz verarbeitet. Mahlzeit!

Der Schlamm, der beim Waschen des Erzes entsteht, wird in spezielle Schlammteiche geleitet und dort deponiert, obwohl da vielleicht noch einiges an Rohstoffen zu holen wäre. So kam es, dass drei Schüler der HTL Leoben im Auftrag besagten Unternehmens jenen Schlamm auf Erz und Nieren prüften. Das Ziel für Julian Edlinger, Christoph Gruber-Veit und Hubert Haidn bestand darin, eine Methode zu entwickeln, durch die im Schlamm noch vorhandene Rohstoffe gehoben, verwendet bzw. recycelt werden können. Nach der Erz-eugung eines Projektplans und der Aufteilung der Aufgaben hieß es dann Gummistiefel anziehen und Helme aufsetzen. So begab man sich in zwei Schlammteiche des Erzbergs, die auf die Namen Plamer und Elias Alt hören, und stellte dort Untersuchungen an. Insbesondere der Eisengehalt des Schlamms sowie vorhandene Korngrößen lagen dem Team dabei am Erzen.

Nach diversen Analysen stand zu Wahl, entweder eine völlig neue Anlage zur Aufbereitung des Schlammguts zu entwerfen oder das Material mit einem schwimmfähigen Mehrzweckbagger, der auf den Namen Wassermaster 2000 hört, aus den Schlammteichen zu gewinnen und an einem bestimmten Punkt wieder in die aktuelle Anlange einzuspeisen. Man entschied sich für letzteren Ansatz. Darüber hinaus gelang es, ein Verfahren zu entwickeln, bei dem die im Schlamm vorhandenen Körner noch stärker verfeinert werden, das Gemisch schließlich entwässert und dem Feinerz zugespeist werden kann.

Durch diese Innovation kann die Reichweite der Lagerstätte erhöht und die Menge an deponiertem Material deutlich verringert werden. Ganz nebenbei spart man auch noch an Kosten sowie an CO2. Na, wenn das nicht das Erz höher schlagen lässt!