Kategorie young entrepreneurs

2017/18

Honigwein

LFS Hollabrunn

Projekt-Team Honigwein

Die Junior-Company verkauft neue Varianten von Met mit Traube und Holunder und unterstützt mithilfe von Bienenaktien den Artenschutz.

Er ist das Getränk, das am besten geeignet ist, uns glücklich zu machen: Honigwein. Er ist alkoholisch – hui! – und süß – mmmh! Besonders auf Weihnachtsmärkten sorgt der Met, wie er auch genannt wird, für fröhliches Gesumm bei allen, die davon kosten dürfen. Weniger fröhlich summen die Bienen, denen wir den Honig im Met verdanken. Aufgrund von Klimawandel und Pestiziden sind sie derzeit dauergefährdet.

Um die nützlichen Insekten zu unterstützen, hat die 15-köpfige dritte Klasse der Landwirtschaftlichen Fachschule I in Hollabrunn mit den Schwerpunkten Pflanzenbau, Weinbau und Kellerwirtschaft die Junior-Company „Bee Happy“ gegründet. Von den vielfältigen Produkten, die man aus Honig herstellen kann, hat sich das Team für Honigwein entschieden. Dieser entsteht durch die Vergärung eines Honig-Wasser-Gemisches. Die Firma legt dabei Wert auf die Naturbelassenheit ihrer Produkte und auf Regionalität. Die Hefe Fermiblanc Arom, die sie verwendet, unterstreicht den Honiggeschmack besonders. Eine nagelneue, von „Bee Happy“ erfundene Variante wird mit Holunder und rotem Traubensaft angesetzt.

Und dieser Ansatz findet rasenden Absatz: Vor der Weihnachtszeit brachte das die fleißigen Bienen ein bisschen in Verzug: Da nämlich die Gärung mehr Zeit in Anspruch nahm als erwartet, war der Met zeitweise vergriffen. Spontan wurde „Met“ vereinten Kräften der Businessplan geändert, und das Team bot statt unausgegorenen Produkten sogenannte BeeWine-Aktien an. Damit man die emsigen Tiere künftig nicht mehr beweinen muss, werden zehn Prozent des Erlöses aus den Aktien an einen gemeinnützigen Verein zu ihrem Schutz gespendet. Die Aktionärinnen und Aktionäre können bei der Junior-Company einkaufen, solange der Vorrat reicht.

Dieser soll ungefähr 500 Flaschen umfassen, die die Klasse bis Projektende zum Preis von vier bis sechs Euro pro Stück verkaufen möchte. Danach sollen Märkte im Bezirk Hollabrunn davon überzeugt werden, die einzigartigen Sorten Traube und Holunder zu vertreiben. In letzter Konsequenz hilft das vor allem den Bienenbeständen. Denn anders als im Wienerlied gilt: Wenn die nimmer sein werden, wird auch kein (Honig)Wein mehr sein.