2017/18

Die wahrscheinlich wundersamste Wurmlochreise der Weltgeschichte – ein Abenteuer, das scheinbar nie passiert ist

die Graphische Wien

Projekt-Team Die wahrscheinlich wundersamste Wurmlochreise der Weltgeschichte - ein Abenteuer, das scheinbar nie passiert ist

Anhand einer Geschichte mit animierten Zeichnungen zeigen drei Schülerinnen Kindern ab acht die Welt der Physik.

Das hätt’s früher nicht gegeben: einen Physiklehrer, der vorschlägt, die Stundenwiederholung als Graphic Novel darzubieten. Geht ja wahrscheinlich auch nicht anders, wenn an einer Schule wie der Graphischen in Wien so viel Kreativität im Raum herumschwirrt, dass sie sogar die naturwissenschaftlichen Fächer dominiert. In Christina Schmolmüllers Kopf zeichnete sich, von der gezeichneten Stundenwiederholung inspiriert, eine weitere Idee ab, in die sie ihre ebenso physikalisch interessierten Klassenkolleginnen Ramona Petrovitsch und Marilena Schedlmayer einband: eine Abenteuergeschichte, die Kindern ab acht die Welt der Physik und so komplexe Phänomene wie die Zeit näherbringt. Natürlich gezeichnet und animiert und digital. Auch das hätt’s früher nicht gegeben.

Über den Sommer wurde die Geschichte konzipiert und geschrieben. Sie hat neun Kapitel und erzählt von einem zehnjährigen Mädchen namens Ella, das in ein Wurmloch fällt und im Jahr 1670 landet. Dort begegnet sie einem Wurmlochkartografen namens Alfons und einem Kater, der – Physikgroupies, aufgepasst! – DER Kater aus Erwin Schrödingers Experiment ist. „Damals“ war er noch gleichzeitig tot und lebendig, jetzt hat er einfach eine gespaltene Persönlichkeit. Das ungleiche Trio reist fortan durch die Zeit, um Ella wieder „nach Hause“ in die Gegenwart zu bringen. So bleibt kein Einstein auf dem anderen.

Die hollywoodreife Story spielt alle Stückln – hallo, Relativitätstheorie! – gleichzeitig. Sie führt Kindern eine weibliche Hauptfigur vor, die sich für die Wissenschaften interessiert. Es gibt Tiere, Abenteuer, Emotion, sorgfältig erdachte und ausgeführte Charaktere und nur ganz nebenbei einen Lerneffekt. Das Medium, auf dem Eltern das Buch vorlesen, soll mindestens die Größe eines Tablets haben, damit sie sich nicht unsmart am Smartphone die Augen verderben und liebevolle Details verpassen.

Während die drei leichtfüßigen Physikerinnen noch an den letzten Strichen feilen und ihr aufwendiges Projekt perfektionieren, schmieden sie schon Pläne für die nächsten animierten Abenteuer. Zeit und Raum sind schließlich nicht umsonst unendlich – unendlich voll von Geschichten.