Kategorie Business

2012/13

Asyl - Start Your Life

BHAK Telfs

Team Asyl start your live

Gut beschäftigt

Für Thomas Schatz muss es wie Weihnachten und Ostern zusammen gewesen sein: Beim Betreuer des Flüchtlingsheimes in Mötz/Tirol wurden eines Tages drei Schülerinnen der eco telfs vorstellig und wollten etwas für Integration tun.

Als Thomas Schatz im Dezember 2012 kurzfristig auch die Betreuung eines weiteren Flüchtlingsheims in Telfs übernahm, konnte er bereits auf drei kreative und mittlerweile erfahrene Unterstützerinnen zurückgreifen, die – unter anderem – Sachspenden für den dortigen Fitnessraum zusammensammelten.

Das Projekt „Asyl – Start Your Life“ (die Anfangsbuchstaben ergeben wieder das Wort ASYL) umfasst mehrere Facetten. Zunächst gestalteten Selina Neuner, Katrin Oppeneiger und Michelle Uitz eine mehrsprachige Willkommensmappe für Flüchtlinge mit Infos zu Gesundheit und Gesetzeslage und leeren Klarsichthüllen für wichtige Dokumente. Die Webseite www.asyl-start-your-life.jimdo.at dient der Information der Bevölkerung und enthält einen Pool zur Arbeitsvermittlung zwischen den Asylwerbenden und öffentlichen Institutionen. Hier eingehende Anfragen vermittelt und organisiert das Projektteam.

Denn Beschäftigung, das haben Uitz, Neuner und Oppeneiger durch ihr Engagement gelernt, ist einer der wichtigsten Faktoren in der Ungewissheit des Flüchtlingsdaseins. Wer nichts zu tun hat, während er oder sie auf den Asylbescheid wartet, leidet. Das führte zum nächsten Schritt von ASYL: Die Schülerinnen kamen auf die Idee, den neu gegründeten Verein Zeitbank in ihre Pläne einzubinden. Zeitbank handelt mit Nächstenhilfe. Geld gibt es keines, wenn eine Nachbarin ihrem Nachbar beim Rasenmähen hilft, dafür Gutstunden auf einem Zeitkonto, die für andere Aktivitäten eingelöst werden können. Für diese Börse haben natürlich auch die Bewohner/innen der Tiroler Flüchtlingsheime so manches an Kapital.

Die Ankommhilfe kommt gut an, die Asylwerbenden stellen ihre Tatkraft in Haus- oder Gartenarbeiten oder gar als Kochlehrer/innen zur Verfügung, dafür erhalten sie Ausbildungen, werden zu Spitalsterminen begleitet oder verbessern ihre Deutschkenntnisse. Das Wichtigste dabei ist aber der gegenseitige Kontakt. Auch nach Abschluss des Schulprojekts wird Zeitbank die Kooperation mit den Flüchtlingsheimen fortsetzen.