Kategorie Engineering

2012/13

Dammbalkenreinigungsanlage für den Hochwasserschutz Weißenkirchen

HTL Hollabrunn

Waschen, Föhnen, Schützen

Mario Hamanek und Clemens Wagner arbeiteten so fleißig, dass sich die Balken bogen, und so erfolgreich, dass sich die Balken nun wie von selbst reinigen können. Ihr Projekt bestand darin, eine Waschanlage für Dammbalken zu entwickeln.

Diese soll nun eigens einem Hochwasserschutz zugutekommen, den die Gemeinde Weißenkirchen einst in der Wachau errichtet hatte, um sich gegen ein Jahrhundert-Hochwasserereignis und vermehrt auftretende Überflutungen zu schützen.

Der Damm besteht aus größtenteils mobilen Elementen. Bei Hochwasser montiert die Feuerwehr hohe Steher auf einem Mauersockel und legt anschließend Dammbalken in Form von Aluminiumhohlprofilen dazwischen. Die Hohlräume der Dammbalken werden mit Donauwasser geflutet und beschwert, wodurch die Abdichtung zwischen den Balken wirksam wird. Nun sammelt sich aber auf und in den Dammbalkenprofilen Schlamm, der mit zunehmender Trocknung schwer fortzuspülen ist. Die Reinigung der rund 10.000 (!) Profile oblag bis dato der Feuerwehr und wurde kosten- und zeitintensiv mithilfe von viel kostbarem Trinkwasser und speziellen Schlauchaufsetzen durchgeführt. Ver-damm-t, so geht das nicht, dachte der Vizebürgermeister und beauftragte die HTL Hollabrunn, eine neue Balkenreinigungsanlage zu entwerfen – ein Konzept, dass bis dahin auf der Welt noch nicht existierte.

Dieser Herausforderung stellen sich nun also Mario Hamanek und Clemens Wagner und orientieren sich dabei an einer Diplomarbeit von Kolleg/innen aus dem Vorjahr. Die Dammbalkenreinigungsanlage für den Hochwasserschutz Weißenkirchen ist wirklich mit allen Wassern gewaschen: Bis zu zwei Dammbalken werden auf einer Rollenbahn aufgelegt und nach einmaligem Vor- und Zurückschieben vollständig gereinigt und getrocknet. Die Innenreinigung samt Trocknung erfolgt über speziell angefertigte Wasser- und Luftdüsen, die Außenreinigung geschieht mittels Flachstrahlwasserdüsen.

Mit der Erstellung von knapp 75 Zeichnungen wurde gestartet, mit der Fertigung der Komponenten mit Unterstützung eines Teams aus der Fachhochschule für Maschinen- und Anlagenbau ging es weiter, und der erste Prototyp – der Geld, Wasser und Arbeitszeit spart – soll der Gemeinde nun bald vorgestellt werden. Saubere Arbeit.