Kategorie idea goes app

2012/13

FoodStock

HTL Braunau

Restlos nützlich

„Mei, so viel übriggeblieben, das muss ich jetzt alles wegwerfen!“ Wie oft haben wir schon gehört, wie Eltern, Großeltern oder wir selbst mit einem leidenden Seufzen diesen Satz vorbringen?

Allein in Österreich landen schätzungsweise 166.000 Tonnen an unverbrauchten Lebensmitteln im Müll. „Iss auf, es gibt viele Menschen, die zu wenig zu Essen haben!“, heißt es vorwurfsvoll. Und wir denken: Was, sollen wir das Essen jetzt per Post in die Entwicklungsländer schicken?

Nein, viel einfacher. Denn das gute Essen liegt so nah. Fabian Mühlbacher und Paul Oberndorfer von der HTL Braunau hatten eine bestechend simple Idee, und sie hatten sie etwa zeitgleich mit einer Gruppe von Entwickler/innen in Deutschland. Dort gibt es seit 2012 FoodSharing.de, eine Webseite, die zum Teilen von unverbrauchten Lebensmitteln einlädt. Die oberösterreichischen Schüler entwickelten analog dazu FoodStock. Diese iPhone-App unterscheidet sich vom deutschen Pendant durch ihre Mobilität – es ist nicht notwendig, extra einen Browser zu öffnen. Außerdem bedenkt sie den sozialen Aspekt mit: Auf Wunsch können Userin und User angeben, dass ihre „Restln“ auch von Hilfsorganisationen wie dem österreichischen Roten Kreuz abgeholt werden können, besonders wenn größere Mengen übriggeblieben sind.

Im Entwicklungsprozess arbeiteten Oberndorfer und Mühlbacher parallel, einer am Server, einer am Client (also am iPhone). Auf eine zweijährige Erfahrung mit der Programmiersprache Java konnten sie zurückgreifen, iPhone-spezifisch lernten sie sich dazu noch „Objective-C“ an. Trotz immer wieder auftretender unvorhergesehener Probleme kamen die beiden rasch voran, wenn auch nicht immer genau gemäß der vorgesehenen Meilensteine und Zwischen-Deadlines. Die App wird als Freeware angeboten, eine Kampagne soll das essen-zielle Tool allgemein bekannt machen.

Die Verwendung ist denkbar einfach und grundsätzlich in zwei Schienen unterteilt: „Essen suchen“ gegenüber „Essen teilen“. Die Teilenden können ihre Leckereien fotografieren, Haltbarkeiten und mögliche Abholzeiten angeben. Die Suchenden wiederum werden auf verfügbare Nahrung in ihrer nächsten Umgebung hingewiesen: am besten ohne Fahrtkosten, möglichst im selben Wohnblock. Einfach zur gegebenen Zeit auftauchen – und die Sache ist gegessen.