2010/11

Sonnenschutz im Wintergarten - Schattig und umeltfreundlich

HTL Wels

Team Sonnenschutz

Sonnenschutz und Energieverwertung. Das Projektteam der HTL wollte beides vereinen und näherte sich dem Thema von zwei Seiten.

Frühlingssonne im Wintergarten sorgt für angenehmes Lebensgefühl. Doch wenn die Temperaturen nach oben klettern, gibt es Handlungsbedarf in der gläsernen Architektur. Fünf Schülerinnen und Schüler der HTL Wels prüften das Angebot an Sonnenschutzlösungen und befanden, dass die meisten Schattenspender sehr aufwändig zu montieren, teuer, wartungsintensiv und schwer steuerbar waren. Vielfach wurde der Hitzestau im Wintergarten auch durch Lüften aufgelöst, die Wärme entwich und die Sonnenenergie blieb vollkommen ungenutzt.

Sonnenschutz und Energieverwertung. Das Projektteam der HTL wollte beides vereinen und näherte sich dem Thema von zwei Seiten: Aus der Abteilung Elektrotechnik begannen Bianca Biebl, David Hirt und Richard Reizelsdorfer mit der Arbeit an dem innovativen Beschattungssystem für Wintergärten, das kontinuierlichen, vollständigen und automatischen Sonnenschutz mit ökologisch verantwortlicher Nutzung der Sonnenenergie ermöglichen sollte. Aus der Sparte Chemie kamen Michael Haider und Alex Seifriedsberger dazu. Ein interdisziplinäres Projekt, das dank funktionierender interner Kommunikation und guter externer Begleitung durch die Betreuer Gerhard Lindemann und Wolfgang Sagmüller das Finale des österreichischen Innovationswettbewerbs erreicht hat.

Erste Aufgabe der Chemiker war es, Flüssigkeiten und Suspensionen auf ihre Eignung zur Absorption und zum Wärmetransport zu untersuchen. Nach zahlreichen Experimenten mit unterschiedlich gefärbten Stoffen fiel die Wahl auf den wässrigen Kupfer-EDTA Komplex. Die Flüssigkeit, so die Idee des Teams, sollte in speziellen Kollektoren zwischen zwei Glasplatten fließen, durch Verfärbungen Schatten spenden und zugleich als Wärmespeicher fungieren. Der Test in einem eigens an der Schule gebauten Elektrolysebehälter ergab, dass sich die Konzentration der Cu – Ionen durch Stromfluss kontinuierlich erhöht und durch Umpolung des Stromflusses wieder verringert. Wie beim fertigen Sonnenschutz-System aus Wels, wo sich Zusammensetzung und Durchfluss der Flüssigkeit je nach Sonneneinstrahlung ändert und dadurch Schatten spendet.

Aufbau der Kollektorelemente, Steuerung und Regelung der Anlage sowie die Datenerfassung war Sache der Abteilung Elektrotechnik. Von den Glasplatten, die an der Innenseite des Glasdaches befestigt werden, wird die erwärmte Flüssigkeit mit Hilfe eines Wärmetauschers in einen geschlossenen Installationskreislauf geleitet. So kann die Sonnenenergie für die Brauchwassererwärmung genutzt werden. Eine Speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) reguliert sowohl Pumpendrehzahl als auch Elektrolyse.