Kategorie Design

2012/13

Third Generation

Die Graphische

Team Third Generation

Nahost und immer näher

„Jetzt ist schon wieder etwas passiert.“

Viel mehr kommt bei vielen von uns nicht an, wenn wir in den Nachrichten Meldungen vom Nahostkonflikt sehen. Seit Jahrzehnten hält er an, auf einer Jahrhunderte langen Geschichte baut er auf, und nur durch intensive Beschäftigung auf Eigeninitiative sind wir in der Lage, ihn auch nur annähernd zu durchschauen. Ein Projekt dreier Schüler/innen der Graphischen in Wien versucht nun, mithilfe eines sozialdokumentarischen Fotobuchs Einblicke auf etwas andere Art zu geben: nicht umfassend und theoretisch, sondern von innen heraus anhand von Einzelschicksalen.

Mafalda Rakoš und Iuna Vieira lernen Fotografie, ihr Kollege Raphael Reichl Grafik. Iuna Vieira hatte bereits 2010 im Zuge eines internationalen Sommerprogramms des United World College in Israel mehr über das Land und seine speziellen Probleme erfahren und faszinierende Menschen kennen gelernt. Bei diesen waren die drei auch zu Gast, als sie im Sommer 2012 ihre vierwöchige Recherchereise nach Israel und ins Westjordanland unternahmen.

Ausgerüstet mit Fotoapparaten und Diktiergeräten interviewten sie – getrennt voneinander – israelische und palästinensische Jugendliche und Familien, um die einzelnen Leben Schritt für Schritt zu einem differenzierten Gesamtbild zusammenzusetzen. Diese Zeit, die als „744 Arbeitsstunden pro Person“ in der Projektdokumentation verbucht wurde, schweißte die ohnehin schon befreundeten Teammitglieder noch stärker zusammen und stellte eine unvergessliche und unbeschreibliche Erfahrung dar.

Die dennoch beschrieben und bebildert werden wollte! Es folgte das nüchterne Handwerk: Kürzen der Interviews, Strukturieren der Kapitel, Auswahl der Bilder. Als externer Partner stand dem Team der renommierte Schriftsteller und Historiker Doron Rabinovici zur Seite. Er gab Literaturtipps und sachliche Infos, während Raphael Reichl an Moodboards und Testbüchern arbeitete. „3rd Generation“ heißt das fertige Werk, weil es vor allem jungen Menschen das Verständnis erleichtern soll: den Menschen aus dem Nahen Osten das Verständnis füreinander, den überforderten Nachrichtenkonsument/innen jenes für die ganze Materie.