Kategorie Sustainability

2012/13

Ultraleicht - Läuterungsaggregat UL-L

HTL Wolfsberg

Team Ultraleicht

Auf dem Holzweg

Eine Maßnahme zur Bestandsregulierung in Wäldern ist die sogenannte „Wald-Läuterung“. Daniel Bauer und Stefan Kogler, Schüler der HTL Wolfsberg in Kärnten, wohnen auf 800 Metern Seehöhe und sind praktisch täglich mit Hof- und Waldarbeit konfrontiert.

Sie wussten um die Möglichkeiten der Wald-Läuterung, packten das Problem an der Wurzel und starteten das Projekt „UL-L – Ultraleicht-Läuterungsaggregat“. Das bedeutet, dass gut gewachsene, etwa zur Bauholzerzeugung geeignete Bäume durch das Entfernen von Stauden und verwachsener Konkurrenz genügend Raum zur Entwicklung erhalten.

Bislang wird die Läuterung vieler Waldflächen praktisch gar nicht oder nur unzureichend vorgenommen, denn sie ist zeitintensiv und gefährlich. Entweder erfolgt sie händisch mit Äxten und Motorsägen oder mittels großer Aggregate, die an tonnenschwere Bagger montiert sind. Diese wiederum verbrauchen viel Treibstoff, sind im schwierigen Gelände nicht einsetzbar und zerstören den Waldboden. Wertvolles Holz bleibt somit als Abfall liegen und fault vor sich hin. Holz, das eigentlich als Brennstoff genutzt werden könnte. Holz, das ständig nachwächst und nicht importiert werden müsste. Holz, das bei seiner energetischen Nutzung CO2-neutral ist und eigentlich nur geerntet werden müsste. Geerntet, ein Baum? Wie das?

Daniel Bauer und Stefan Kogler, Schüler der HTL Wolfsberg in Kärnten, wohnen auf 800 Metern Seehöhe und sind praktisch täglich mit Hof- und Waldarbeit konfrontiert. Sie wussten um die Möglichkeiten der Wald-Läuterung, packten das Problem an der Wurzel und starteten das Projekt „UL-L – Ultraleicht-Läuterungsaggregat“. Ziel war es, ein spezielles und leichtes Aggregat zu konstruieren, das an handelsübliche Minibagger montiert werden kann und somit eine effiziente und umweltschonende Wald-Läuterung ermöglicht.

Dank ihrer profunden Vorkenntnisse kamen Kogler und Bauer rasch auf einen grünen Zweig. Das UL-L funktioniert, und ein damit ausgerüsteter Minibagger der 1,5-Tonnen-Klasse übt auf den Waldboden nicht mehr Druck aus als ein Mann mit hundert Kilo und Schuhgröße 43! Die Projektpartnerin fand diese Arbeit astrein: Allein aufgrund der Konstruktionszeichnungen konnte die ATP Pichler Forsttechnik zwei fixe Bestellungen an Land ziehen, noch bevor das Aggregat fertig war. „Das Gerät schlägt ein wie ein Hundertmeterbaum, wenn er fällt“, soll Herr Pichler persönlich gesagt haben. Möge es dabei bleiben, dass wir in Bezug auf Nachhaltigkeit und erneuerbare Energien den Wald vor lauter Bäume nicht mehr sehen.