2010/11

Virtual Visit - Zwischen Forum Romanum und Cyberspace

HTBLA Leonding

Team Virtual Visit

Ein Video Guide, der beim Spaziergang durch archäologische Ausgrabungsstätten die antiken Bauten in 3D-Bildern wieder ins Blickfeld rückt.

Links Titusbogen, rechts Vestatempel und mitten drin kam die zündende Idee. Wäre es nicht möglich, das Forum Romanum in all seiner Pracht und Herrlichkeit wiederherzustellen? Moritz Moosbauer dachte an einen Video Guide, der beim Spaziergang durch archäologische Ausgrabungsstätten die antiken Bauten in 3D-Bildern wieder ins Blickfeld rückt. Mit allen Raffinessen. Reale Bewegungen würden die Schritte in der virtuellen Welt steuern. Für künftige Erweiterungen sollte das Ganze modular konstruiert sein.

Vom Osterurlaub in Rom zurück, begann der Schüler der HTBLA Leonding sofort mit seiner Recherche. Im Internet fand er Arbeiten, die Teilaspekte seiner Idee enthielten, und PC-Spiele, bei denen das Blickfeld durch Kopfbewegungen bestimmt wird. Die Verknüpfung von realer und virtueller Welt, die der Maturant anpeilte, schien allerdings vollkommen neu.

Archäologinnen und Archäologen, die von der Idee erfuhren, zeigten großes Interesse an dem innovativen Tool. Die Video Guides könnten bei Ausgrabungsstätten, die mittels verschiedener archäologischer Verfahren aufgespürt worden sind, zu besseren Visualisierungszwecken eingesetzt werden, Studierenden wertvolle Ansichten bringen und dem Tourismus neue Dimensionen eröffnen. Virtual Visit sollte Tempel errichten – und moderne Architektur. So könnte das intelligente Gerät schon in der Planungsphase Häuser im Originalformat visualisieren und sich daher als Präsentationswerkzeug für Architektur und Bauwirtschaft eignen.

Zu Beginn teilte Moosbauer sein Projekt in vier Module: Positionsbestimmung, die er mit GPS-Ortung löste, und Bestimmung des Blickwinkels, bei der er sich für ein kostensparendes System entschied: eine Cyberbrille, die mit der Software für die Kalibrierung der Sensoren erhältlich war. Die letzten Module thematisierten Ausgabemedien und den Level. Weil er mit XNA Framework bereits Erfahrungen gemacht hatte und das GameScreen Konzept bestens geeignet schien, entschied sich der junge Oberösterreicher auch diesmal für die Technologie von Microsoft.

Im Verlauf des Projekts entstanden mehrere Prototypen. Um Teile zu erproben oder im Sinne des evolutionären Prototypings, bei dem das Feedback zukünftiger User und Userinnen für die Weiterentwicklung genutzt wird. Gerade dieses Feedback seines Lehrers und die Hilfsbereitschaft seiner Mitschülerinnen und Mitschüler haben den Erfolg des Projekts möglich gemacht, so das Resumée vor dem Einzug ins Finale von Jugend Innovativ.