2010/11

AVIO - Die intelligente Lawinensuche

HTBLA Perg

AVIO - Die intelligente Lawinensuche

Nur rasche Hilfe schützt vor dem qualvollen Erstickungstod. Diese Erkenntnis motivierte zwei Schüler der HTBLA – Perg für EDV und Organisation zur Entwicklung einer intelligenten Suchmaschine, die die Arbeit der Rettungskräfte vereinfachen und beschleunigen sollte.​​​

Trotz Wetterwarnung und zahlreicher Sicherheitsvorkehrungen steigt die Zahl der Lawinenunfälle kontinuierlich. Doch die meisten Menschen sterben nicht durch die Wucht der Schneemassen, sondern am Sauerstoffmangel. Je schneller die Hilfe eintrifft, umso höher ist die Überlebenschance. Nach 15 Minuten liegt sie noch bei 80 %, nach 90 Minuten bei 20 %. Nur rasche Hilfe schützt vor dem qualvollen Erstickungstod. Diese Erkenntnis motivierte zwei Schüler der HTBLA – Perg für EDV und Organisation zur Entwicklung einer intelligenten Suchmaschine, die die Arbeit der Rettungskräfte vereinfachen und beschleunigen sollte.

Patrick Marksteiner und Patrick Neulinger wählten dafür einen Alleskönner: Der Quadrocopter ist ein Hubschrauber, mit vier Rotoren oder Propellern, die das Fahrzeug senkrecht starten und landen und in alle Richtungen fliegen lässt. Für den Personenverkehr nicht geeignet, wird das Gerät heute in der Flugfotografie und im Kunstflug eingesetzt. Nun sollte die Flugdrohne ihre Vielseitigkeit als Bergretter unter Beweis stellen. Die Weiterentwicklung des Geräts sollte garantieren, dass es zum jeweiligen Einsatzort findet, nach Lawinenpeilsendern sucht und die Fundstelle anschließend markiert.

Zunächst aber suchten die Schüler nach Anhaltspunkten im Internet und sammelten Informationen über den Quadrocopter, mathematische Grundlagen, physikalisches Elementarwissen, Lawinensuchgeräte, Übertragungsmöglichkeiten, Algorithmen, Verhalten im alpinen Raum, die Entstehung von Lawinen u.v.m. Dietmar Wokatsch, ihr Projektbetreuer, begleitete sie von der ersten Recherche, bei Fragen der Elektro- und Flugtechnik bis zu den Flugtests mit wertvollen Tipps.

Der Kooperationspartner Pieps, Marktführer bei Lawinenortungsgeräten, versorgte das Team mit dem technischen Knowhow und der nötigen Ausrüstung, die ein selbstfliegender, autonom arbeitender Quadrocopter braucht.

Nach mehreren Flugstunden steht fest, dass die Flugdrohne autonom zu den verschiedenen Wegpunkten findet. Ein Lawinensuchgerät, das am Fluggerät montiert ist, gibt Auskunft über den Aufenthaltsort der jeweiligen Peilsender. Zurzeit ist das Team damit beschäftigt, effizientere mathematische Berechnungen für die punktgenaue Ortung des Peilsenders zu entwickeln. Geschwindigkeit, Höhe, Akkulaufzeit und Kompass-Richtung sind jederzeit abrufbar. Die Überwachung des Fluggeräts funktioniert per Smartphone und über PC. Die Flugbahn kann von den Rettern auf GoogleMaps mit verfolgt werden.