2009/10

Bewegung im Kindergarten - Lerntraining für später

BORG Scheibbs

Bewegung im Kindergarten - Lerntraining für später

Entwicklung eines Trainingsprogramms, das die koordinativen Fähigkeiten von Klein- und Vorschulkindern verbessert.​​​

Die meisten TeilnehmerInnen schaffen es im Team ins Finale, manche zu zweit. Nur selten gelingt es im Alleingang. Alexandra Walter, Schülerin des BORG Scheibbs hat es geschafft, mit einer Fachbereichsarbeit, die weit über den üblichen Rahmen eines Maturaprojekts hinausgeht.

Auf das Thema für ihre Arbeit ist sie im Zuge ihrer Ausbildung zur staatlichen Fit-Lehrwartin gestoßen, die in der Scheibbser Schule angeboten wird. Die Schülerin erfuhr dabei von der schlechten Motorik bei Kindern und Defiziten bei Wahrnehmung, Konzentrationsfähigkeit, Gesundheit und Leistungsfähigkeit, die später kaum aufgeholt werden könnten. Was Hanserl oder Hannerl nicht lernt, lernt Johann/a viel schwerer.

So kam sie auf die Idee, ein Trainingsprogramm zu entwickeln, das die koordinativen Fähigkeiten von Klein- und Vorschulkindern verbessert. Ein ganzheitlich angelegtes Konzept, das sie mit umfangreichen Recherchen begann. Sportwissenschaftliche Literatur stand ebenso auf dem Plan wie Pädagogik, Didaktik und Entwicklungspsychologie.

Dann ging die Niederösterreicherin auf die Suche nach Testpersonen und fand sie, ein Bundesland weiter, in einem Linzer Kindergarten. Neben Betreuer Thomas Labenbacher unterstützten sie nun eine Kindergartenpädagogin und die Kinder der „Gelben Gruppe“, deren Eltern dem Experiment zugestimmt hatten.

Die Schülerin erarbeite zwei ausgeklügelte Koordinationstests, um die Fortschritte der Kinder zweier Altersgruppen vor und nach der Übungsphase zu dokumentieren und einen maßgeschneiderten Übungskatalog. Sie selbst pendelte regelmäßig von Scheibbs nach Linz und brachte dabei gehörige Bewegung in den Kindergarten. Gehen, Klettern, Steigen, Laufen, Werfen, Fangen und Springen stand auf dem Programm, Pflichtfächer, die Freude machen.

Der Aufwand hat sich gelohnt. Obwohl computergesteuerte Tests zur Stabilität, Sensomotorik und Symmetrie, kurz 3S-Check genannt, üblicherweise nur im Spitzensport verwendet werden und die gängigen Programme zur Förderung koordinativer Fähigkeiten von Kindern erst ab sechs Jahren ansetzen. Und obwohl die Testbarkeit von Kleinkindern als problematisch gilt. Alle Ergebnisse sprechen definitiv für stärkere Schulung der koordinativen Fähigkeiten im Vorschulalter. Detailergebnisse will die Schülerin demnächst in einer Fachzeitschrift publizieren.