2007/08

BIAS - Biological Indicators for Aquatic Systems

HTL Braunau

BIAS - Biological Indicators for Aquatic Systems

Warum sich ein Wettrennen für Urzeitkrebschen als innovatives Testverfahren für verschmutztes Wasser eignet und Licht der ideale Köder ist, erklärt das Projekt von zwei HTL-SchülerInnen aus Braunau.​​​

Viele Gewässer sind mit Schadstoffen verunreinigt. Um diese Umweltbelastungen nachzuweisen, sind meist umfangreiche Untersuchungen nach genormten Verfahren nötig, die jedoch aufwändig und nur bedingt aussagekräftig sind. Ein Schüler und eine Schülerin haben sich mangels solcher Testverfahren auf die Suche nach einer neuartigen Analyse gemacht und dabei Urzeitkrebse Artemia Salina ins Rennen geschickt. Diese winzigen Salzwasserkrebse, die es bereits seit über 200 Millionen Jahren gibt, kommen beim vorliegenden Projekt als so genannte Bioindikatoren zum Einsatz. An den Start gehen dabei aber nicht die ausgewachsenen Krebse, sondern deren Larven - auch Nauplien genannt.

Für diesen Zweck mussten zuerst Nauplien unter den strengsten und immer gleichen Bedingungen herangezüchtet werden, um die Vergleichbarkeit die Testergebnisse zu gewährleisten. Je nach Problemstoff und dessen Konzentration im Wasser wird die Leistungsfähigkeit dieser Krebse beeinträchtigt oder anderes gesagt: je langsamer die Krebse, desto belasteter das Wasser. Die Schüler haben sich dabei vor allem die Lichtempfindlichkeit der Tierchen zu Nutze gemacht. Sobald diese einem Lichtreiz ausgesetzt sind, steuern sie direkt auf die Lichtquelle zu.nbsp; Für das Testverfahren hat das Jungforscher-Team eine spezielle Vorrichtung gebaut, bei der die Krebse durch eine Art Tunnel auf eine besonders intensive Lichtquelle zuschwimmen. Im Zielbereich befindet sich eine Kamera, welche die Krebschen registriert, die Ergebnisse werden gleichzeitig in eine Software eingespeist. In mehreren Durchgängen werden nun die statistischen Zeitmittelwerte bestimmt und eine Korrelation zwischen Art und Konzentration der Schadstoffe und den Schwimmzeiten der Krebschen ermittelt.

Im Mittelpunkt standen bei den bisherigen Untersuchungen die Wirkstoffe der Medikamente Aspirin (Acetylsalicylsäure) und der Antibabypille (2-Ethinylestradiol/EE-2). Für die Zukunft sind Untersuchungen für weitere Wirkstoffe geplant.