2009/10

Borkenkäfer Monitoring - SMS vom Borkenkäfer

HTL Braunau

Borkenkäfer Monitoring - SMS vom Borkenkäfer

Sie heißen Buchdrucker, Kupferstecher oder Laubholzbock, sind nur wenige Millimeter klein und richten doch riesigen Schaden an. Insekten aus der Familie der Borkenkäfer, die in Österreich jährlich 2 Millionen Festmeter Schadholz verursachen.​​​

Eine Ausweitung der Plage lässt sich nur verhindern, wenn frisch befallene Bäume rasch entfernt werden, was voraussetzt, dass der Schaden registriert wird.

In der Umgebung von Braunau ist es vor allem der Asiatische Laubholzbockkäfer, der sein Unwesen treibt. Schüler der HTL waren daher schon vor einigen Jahren auf das Thema gestoßen und hatten eine Monitoring-Methode entwickelt, die das mühsame Unterfangen, bei dem die Fallen wöchentlich entleert und die Käfer gezählt werden müssen, optimieren sollte. Bei dieser Variante wurden die Schädlinge auf eine Hochspannungseinheit gelockt, abgetötet und per Stromimpuls registriert. Der hohe Stromverbrauch und die Vernichtung nützlicher Insekten, die diese Methode mit sich brachte, machten eine Weiterentwicklung notwendig.

Josef Wagner, der das erste Projekt mit Expertise und Geduld begleitet hatte, half auch Team Nummer zwei mit Tipps zu Projektorganisation und – management und mit ihm weitere sechs Lehrer sowie Peter Kölblinger, oberster Förster im Bezirk Braunau. Im Gespräch mit dem Forstexperten und bei Internetrecherchen kamen die Schüler auf eine Borkenkäferlockstofffalle, die ihnen zur Weiterentwicklung geeignet schien und zusätzliche Kosten ersparte.

Das Modell, das aus Schlitzfalle und Auffangbehälter bestand, wurde um ein drittes Modul erweitert, in dem eine Lichtschranke eingebaut ist. Jedes Insekt, das von Pheromonen angeshy;zogen durch die Schlitze in das Innere der Falle krabbelt, unterbricht die sonst konshy;stanten Infrarot-Signale und wird per Microcontroller registriert. Das Gerät zählt die Käfer und leitet den aktuellen Status per SMS weiter. Auch Akkuladestand und Umgebungstemshy;peratur kommen aufs Handy.
Tatsächlich gelang es dem Duo, ein System zu entwickeln, durch das die Käfer nach der Messung nicht zu Schaden kommen und welches mit Solarenergie völlig autark arbeitet. Somit ist eine großflächige automatische Überwachung der Borkenkäferpopulationen ohne großen Aufwand ermöglicht.