2009/10

Die intelligente Pillendose

HTL Anichstraße

Die intelligente Pillendose

Morgens, mittags, abends und manchmal auch nachts müssen viele Menschen an ihre Medizin denken. Weil aber Tabletten und Kapseln in allen Größen, Formen und Farben gerade ältere Menschen und chronisch Kranke wie Alzheimer PatientInnen verwirren, überlegten sich Schüler der Innsbrucker HTL einen praktische Einnahmehilfe.​​​

Der von den vier entwickelte Medikamentenspender ist ein klassisches Beispiel für Ambient Assisted Living (ALL). Unter diesem Terminus werden Konzepte verstanden, die neue Technologien und das soziale Umfeld miteinander verbinden, um die Lebensqualität für Menschen in allen Lebensabschnitten zu verbessern. Ein ideales Betätigungsfeld für innovative Köpfe aus Elektronik, Mikrosystem- und Informationstechnik, das beachtliches wirtschaftliches Potenzial eröffnet. Denn angesichts der demografischen Entwicklung zeigt sich schon jetzt der steigende Bedarf von Dienstleistungen und Produkten, die vor allem älteren und pflegebedürftigen Menschen Orientierung und Unterstützung bringen. Hilfe für den Alltag, situationsunabhängig und unaufdringlich.

Die Zielgruppe war für das Schülerteam folglich klar definiert. Um deren Bedürfnisse besser kennenzulernen, begannen sie ihre Recherche im Gespräch mit ÄrztInnen und ApothekerInnen und sie besuchten eine Klinik und ein Altenheim. Auf Basis dieser Informationen entstanden, mit Unterstützung ihres Betreuers Berthold Lindner, die ersten Entwürfe. Lukas Klingenschmied und Andreas Haas übernahmen die Programmierung des Mikrocontrollers, Manuel Papes und Julian Muigg überlegten sich Details zu Design und Konstruktion.

Bis zur Entwicklung eines Prototyps brauchen die jungen Forscher noch Zeit und SponsorInnen, auf dem Papier hat der Apparat dann schon Gestalt angenommen. Die intelligente Pillendose ist halbrund, hat ein Bedienfeld mit einem Display und vier kleine Schubladen. Magnetsystem, Nockenwelle, Motor und Magnetschwelle sorgen im Inneren dafür, dass die Laden rechtzeitig ausfahren.

Je nach Tageszeit und Wochentag wird die entsprechende Schublade beleuchtet und erinnert an die Arznei, erst sanft, dann energisch mit Blinklicht und schließlich mit einem akustischen Signal. Angaben zu Tablettenlager, Akkustand, Datum und Zeit werden digital angezeigt und sogar ein Speicherkartensteckplatz ist vorgesehen, wo das Gerät mit aktuellen Informationen per Speicherkarte versorgt werden kann.