2009/10

Ein neues Fahr(rad)gefühl

HTBLA Kaindorf - Abteilung Mechatronik

Ein neues Fahr(rad)gefühl

Design bewirkt manchmal unvorstellbare Dinge. Zum Beispiel die Möglichkeit unter Last zu schalten. Etwas, was herkömmliche Fahrradschaltung nicht schaffen, weil die Fahrradkette in einem bestimmten Bereich der Kette nicht aufliegt und daher keine Kraft überträgt. Im Schatten der Kette. Genau dort entstand die Idee dreier Mechatroniker der HTBLA Kaindorf.​​​

Auf der Suche nach einer belastbaren Innovation arbeiteten die drei zu Beginn gemeinsam, später entschieden sie sich zur individuellen Bearbeitung ihrer Varianten. Die Ergebnisse der Einzelrecherche wurden immer wieder im Team und mit dem Betreuer Gerhard Pretterhofer kritisch diskutiert. Die Tauglichkeit der Einzelentwürfe und die Weiterverwendung in einer der Varianten wurden in Teamwork geprüft.

In verschiedenen Versionen spielte beispielsweise Rene Stiegler die Möglichkeiten eines schiefen Steuerteils, einer gestreckten Feder und des Kugelschreiber-Prinzips durch, prüfte die Stärken und verwarf die Ideen schlussendlich. Als erste realisierbare Variante erwies sich ein Modell, das mit verschiebbaren Segmenten arbeitet. Von Nachteil war freilich die Größe im höchsten Gang, sodass der Kainbacher Schüler sein Modell „Rolle“ ausarbeitete, bei dem vier Bolzen ebenfalls von Segmenten zusammengehalten werden. Der Schaltvorgang passiert in diesem Fall mittels Rolle und Schlitten.

Die Segmente in Michael Webers Entwürfen sehen ganz anders aus, und wurden mit einem Dauermagneten kombiniert. Der Vorteil dieser Entwicklung ist besserer Schutz bei starken Schlägen und Stürzen, dafür braucht die Schaltung auch mehr Kraftaufwand.

Das Konzept, an dem Michael Zottler arbeitete, wich von der Idee des Schaltens im Schatten der Kette ab. Stattdessen werden zwei parallele Scheiben bewegt und die Kette somit in einen höheren und einen niederen Gang gebracht. Eine stufenlose Schaltung, wie sie die Variomatik initiiert hat, war beim Fahrrad unmöglich, aber der Gedanke führte doch zur Entwicklung einer neuen Kette, die jetzt seitlich aufliegt und in das Zahnrad nicht wie üblich in der Mitte greift.

An der endgültigen Version wird noch getüftelt, doch die letzten Entwürfe der Kaindorfer zeigen eine Tendenz zur vertikalen Schaltung, bei der die Kette zwischen zwei Scheiben bewegt und die Kraft auf zwei Seiten verteilt wird.