2006/07

Energie aus Maisstroh

HTL Braunau

Energie aus Maisstroh

Nutzung von biogenen Abfallstoffen zur Erzeugung von Biogas.​​​

Mit dem Thema Alternativenergie aus Biogas beschäftigten sich die zwei Schülerinnen der 5. Klasse der HTL Braunau. Im Mittelpunkt ihres Interesses stand Maisstroh und dessen Nutzungsmöglichkeiten zur Energiegewinnung. Jährlich fallen in der Landwirtschaft große Mengen an Maisstroh an, ohne es sinnvoll zu nutzen. Insbesondere der hohe Faser- und Zellulosegehalt des Strohs erschwert die Energiegewinnung und macht eine entsprechende Aufbereitung erforderlich. Der Grund dafür ist, dass Bakterien das Maisstroh nur langsam angreifen, was wiederum die Umwandlung zu Methan verzögert. Genau an diesem Problem setzte das Schülerinnen-Duo an, das sich zum Ziel setzte, ein neues Behandlungsverfahren für zellulosereiche Stoffe zu entwickeln.

Um den Prozess der Energiegewinnung zu optimieren wurde zuerst eine einfache Versuchsanlage gebaut. Dann erarbeiteten die Schülerinnen zwei Vorbehandlungsmethoden, die beide eine effizientere Erzeugung von Biogas ermöglichen. Bei der ersten Variante wird das Stroh mit einer Lauge vorbehandelt, die die Zellulose-Struktur öffnet, dadurch den Bakterien den Zugang erleichtert und so eine schnellere Biogasproduktion zulässt. Die zweite Methode beruht auf der Wirkung von Enzymen, die ebenfalls die Faserstruktur zerstören und den Abbau beschleunigen. Die Versuchsergebnisse zeigen deutlich, dass sich die Vorbehandlung biogener Stoffe positiv auf den Gasertrag der Biogas-Erzeugung auswirkt. Tatkräftige Unterstützung bekamen die Projektantinnen von drei Hauptschülern, zu deren Aufgabe unter anderem die selbstständige Entwicklung einer einfachen Versuchsanlage gehörte.

Zusätzlich zu den naturwissenschaftlichen Verfahren stellte das Team Überlegungen an, wie sich ihre Technologien umsetzen lassen. Gemeinsam mit der Gemeinde Braunau und der Landwirtschaftskammer wurde eine mögliche lokale Biogas-Anlage diskutiert und kalkuliert.

Die Kleinstadt Braunau verfügt jedenfalls über genügend Gartenabfälle. Findet auch noch das vorhandene Maisstroh Verwendung, dann wären die vorhandenen Rohstoffe optimal genutzt.