2011/12

Erprobung von brennbaren Gasgemischen aus Biomasse als Fahrzeugkraftstoff - Natürlich Gas geben

HTBLA Weiz

Erprobung von brennbaren Gasgemischen aus Biomasse als Fahrzeugkraftstoff - Natürlich Gas geben

Rund 7.000 Autos fahren in Österreich mit Erdgas. Wenn das ambitionierte Vorhaben eines steirischen Techniker-Trios aus Weiz auch die letzten Prüfungen erfolgreich besteht, werden es in Kürze wohl mehr sein.​​​

Der Vorteil des innovativen Projekts: Statt Methan läuft das Auto mit einem Gemisch aus Biomasse. Holz- oder Biogas, fanden die Maturanten heraus, lässt sich speichern und bringt Serienfahrzeuge, die entsprechend umgerüstet sind, auf Touren.

Erfahrung mit brennbaren Gasmischungen aus Biomasse hatte keiner der drei, dafür war Dominik Rößmann als Hobbymechaniker mit dem Innenleben von Verbrennungsmotoren bestens vertraut. Lukas Lederhilger übernahm den Part der thermodynamischen Berechnungen, Matthias Herbstl arbeitete sich im Maturajahr in die Geheimnisse der Festigkeitsberechnung ein und befasste sich mit den Sicherheitsvorkehrungen der explosiven Thematik.

Theoretischen Grundlagen standen am Beginn des Projekts - mit der praktischen Konsequenz, dass die Schüler sich im nächsten Schritt um die Anschaffung der für das Experiment erforderlichen Apparaturen kümmern mussten. Ein Kompressor und andere Kleinteile, die künftig auch anderen SchülerInnen zu Gute kommen, wurden aus dem Schulbudget finanziert.

Danach bauten die drei in der Schulwerkstätte eine CNG Gasanlage für variable Gasmischungen. Mit Ausdauer und Geschick, wie Betreuer August Weingartner betont, und mit dem Know-how eines Spezialunternehmens für erd- und flüssiggasbetriebene Fahrzeuge. Die Schüler begannen mit der exakten Montage der Einblasdüsen. Dann befestigten sie Druckminderer an der Bodenplatte und verlegten die Kühlwasserleitungen. Zwischen Motorraum und Fahrgastzelle fand sich ein idealer Platz für das Steuergerät, das die Daten der Sensoren und seine Aktoren steuert. Zum Schluss installierten sie Rail und Schalter, mit dem von Benzin, auf Gasbetrieb gewechselt werden kann.

Nach Abschluss der Umbauarbeiten wurde die Anlage für die Feineinstellung im Leerlauf und unter Belastung getestet. Parallel dazu wurde eine kleine mobile Reinigungs- und Verdichtungsstation für Holzgas geplant. Das Projekt ist noch nicht abgeschlossen, doch die bisherigen Berechnungen bescheinigen dem Trio, dass sie auf gutem Kurs sind.