2011/12

Intelligente Steuerung elektrischer Geräte zur besseren Nutzung alternativer Energien

HTL Braunau

Intelligente Steuerung elektrischer Geräte zur besseren Nutzung alternativer Energien

Wind und Sonne liefern saubere Energie, aber nur bei Wind und Sonnenschein. Weil elektrische Geräte auch bei Windstille und Schlechtwetter funktionieren sollen, kommt der Strom vorwiegend aus fossilen Energiequellen.​​​

Eine patente Lösung. Dies könnte sich mit der Erfindung eines jungen Oberösterreichers ändern. Lukas Bernhofer entwickelte eine intelligente Steuerung, die Geräte in Betrieb gehen lässt, wenn genügend alternative Energie vorhanden ist. In nur sieben Monaten fand der HTL-Schüler eine Lösung, die die Zeiten von Energieproduktion und –nutzung ideal aufeinander abstimmt und die ressourcensparende Kommunikation zwischen der Stromquelle und den einzelnen Geräten gewährleistet. Diese erfordert nämlich keine aufwändigen Umbauten, weil sie über bestehende Steckdosen und Stromleitungen in Neu- und Altbauten funktioniert. Strahlungsfrei und somit auch aus gesundheitlichen Gründen zu empfehlen.

In der Praxis warten künftig Geschirrspüler, Heizung oder Akkus startbereit, bis etwa die Photovoltaikzellen am Dach genügend Energie für einen Durchlauf oder einen Ladevorgang erzeugt haben. Die Information kommt von einer Steuerung, die mit Niederspannung arbeitet: mit einem Schaltnetzteil, das die Versorgungsspannung sichert und zugleich die erforderlichen Daten moduliert, und der Spread Spectrum-Technik zur Datenübertragung.

Das Einsparungspotenzial an fossiler Energie belegt Bernhofer mit einem einfachen Rechenbeispiel: Würden alle Waschmaschinen des Landes mit der neuen Steuerung ausgerüstet, könnte man auf die fossile Energie dreier Kohlekraftwerke verzichten, Mensch und Umwelt würde ein jährlicher CO2-Ausstoß von mehr als 420.000 Tonnen erspart bleiben.

Neben dem ressourcensparenden Einsatz in Privathaushalten empfiehlt sich das intelligente System auch großen Unternehmen. Dass das Interesse vorhanden ist, belegen zahlreiche Anfragen an die Projektpartner Ginzinger electronic systems, die das Unternehmen in der Vergangenheit mangels entsprechender Technologie nicht erfüllen konnte. Die Spezialisten der Entwicklungsabteilung und sein Betreuer Friedrich Plötzeneder unterstützten den HTL-Schüler bei seiner Arbeit von Beginn der Recherche an bis hin zur Entwicklung von Vermarktungsstrategien. Dazwischen liegen mehr als 500 Stunden, die Bernhofer in Theorie und Praxis, in Berechnung und technischer Umsetzung in der Schulwerkstatt investiert hat. Mittlerweile ist die Erfindung als Patent eingereicht.