2011/12

iX Balance - Foot Analysis Mit beiden Beinen im Leben

HTBLuVA Salzburg

iX Balance - Foot Analysis Mit beiden Beinen im Leben

Das Gerät heißt Gleichgewichtskreisel. Doch wer sich mit beiden Beinen auf die kreisrunde Scheibe stellt, gerät leicht aus der Balance. Das liegt an der Halbkugel unter der Scheibe - und an fehlender Übung.​​​

Denn regelmäßiges Training kräftigt Sehnen, Fuß- und Beinmuskulatur, fördert Motorik und Kondition und steigert die Koordination. Der positive Effekt, der in der Physiotherapie genutzt wird, stellt sich allerdings nur ein, wenn die Fußhaltung stimmt. Christoph Bernd Eberl, HTL-Schüler aus Salzburg, hatte wie viele andere selbst Schwierigkeiten, die Anweisungen seines Therapeuten adäquat umzusetzen und beschloss das Kommunikationsproblem im Rahmen seiner Maturaarbeit zu lösen.

In Titel und Logo verpackten Eberl und seine Projektpartnerin Julia Strasser die wesentlichen Elemente ihrer Unternehmung: I wie Individuum, X für Seh- und Gleichgewichtssinn und Foot Analysis für ein neues System, das den Druck der Füße auf dem Gleichgewichtskreisel analysiert. Die Fußstellung wird grafisch abgebildet, die Fehlstellung erkannt und die richtige Therapiehaltung kann nachjustiert werden.

Heute wissen die beiden, ihr Betreuer Gottfried Haiml, sowie die drei Unternehmer, die das Projekt unterstützten, dass diese Fußmessung tatsächlich möglich ist. Zu Beginn sah es gar nicht danach aus, denn weder der Mikrotaster, noch Dehnmessstreifen, noch die Widerstandsmatte führten zum Erfolg. Erst mit dem Sensorsystem, das das Linzer Unternehmen plastic electronic dem Duo leihweise zur Verfügung stellte, gelang es, die Krafteinwirkung zu ermitteln. Barrierefrei via Bluetooth gelangen die Signale an den PC und zeigen mit farbigen Abstufungen am Screen, wie der Druck unterschiedlich auf die Sensormatte einwirkt.

Länger, weil aufwändiger als angenommen dauerte auch die Konstruktion des LED-Kreisbogens, der mit einem Sensor die Neigung des Kreisels misst. Schließlich brachten Neigungstests doch die erwünschten Ergebnisse. Die hölzerne Basis des Kreisels wurde in der Tischlerwerkstatt eines Bekannten gedrechselt. Drei Holzkugeln in unterschiedlichen Größen, da Eberl und Strasser die Balanceübung mit drei Schwierigkeitsgraden erweitern wollten. Bei der Entwicklung der Software legte das Team der HTL Salzburg Wert auf formschöne Darstellung – und praktische Features, die das Training für PatientInnen und TherapeutInnen erleichtern und angenehmer gestalten. Zu den mit C# erstellten Tools zählen Musicbox, Zeitmessung, Bodenkontaktanalyse und eine Datenbank, die die Trainingsergebnisse und den Therapieerfolg dokumentiert.