2011/12

mhw – Mobile Health Watcher, Ganz einfach gut drauf

HTL Hollabrunn

mhw – Mobile Health Watcher, Ganz einfach gut drauf

Manchmal ist es die Angst vor der Diagnose, manchmal die Furcht vor dem schmerzhaften Eingriff oder ganz einfach die ungewohnte Situation in der Arztpraxis. Die Gründe für den Stress, der nicht nur älteren PatientInnen zu schaffen macht, sind vielfältig. Tatsache ist: Stress verändert die Aussagekraft der gesammelten Untersuchungsdaten.​​​

Einen Ausweg fanden drei Schüler der HTL Hollabrunn, die sich in der Abteilung Elektrotechnik–Informationstechnologie auf die Möglichkeiten der Medizintechnik spezialisierten. Mit Unterstützung ihres Betreuers Walter Führer und der Caritas als Kooperationspartnerin entwickelten sie eine mobile Applikation, die über bluetoothfähige Messgeräte unterschiedliche Vitalwerte am Handy empfängt. Der große Vorteil der Health Watcher-App besteht in der einfachen Handhabung, die in der gewohnten Umgebung funktioniert, keinerlei Aufregung verursacht und daher authentische Werte liefert.

Bereits ein halbes Jahr nach den ersten Recherchen hatten Werner Gundacker, Thomas Egermann und Clemens Silberbauer relevante Messergebnisse auf dem Smartphone und nach zahlreichen weiteren Tests steht fest, dass mhw verlässlich funktioniert: Es genügt, etwa einen Brustgurt umzulegen, der Herz- und Atemfrequenz und Körpertemperatur misst und die momentanen Werte per Bluethooth an ein Smartphone weiterleitet, wo die Daten in der internen SQLite-Datenbank gespeichert werden. Von dort gelangen sie per Bluetooth zur externen MySQL-Datenbank auf den Server. Über eine gute Internetverbindung können beide Datenbanken synchronisiert werden. Auf einer Weboberfläche und einem Excel-Blatt werden die Ergebnisse in Diagrammen und Tabellen dargestellt. Nach demselben Prinzip liefern auch Blutdruckgerät, Oxiometer, Lactatmesser und Körperfettwaage verlässliche Daten.

Die nächsten Meilensteine: Künftig soll eine Alarmfunktion PatientInnenen warnen und zeitgleich MedizinerInnen, Verwandte oder Bekannte im Notfall zu Hilfe rufen. Denkbar, wenn der Blutdruck einen Grenzwert übersteigt, Herzinfarkt- oder SchlaganfallpatientInnen in gefährliche Situationen geraten oder eine demente Person ihren Aktionsradius verlässt. Die App soll auf unterschiedlichen Display-Größen funktionieren, die Weboberfläche wird demnächst um Accounts und andere praktische Features erweitert und für Idealwerte gibt es bald Smileys.

„The future of health care“, so der Slogan der drei Techniker, basiert jedenfalls auf Prävention, weil Vorsorge billiger kommt als teure Nachbehandlung und jeder Herzinfarkt, jeder Schlaganfall, den das innovative Messsystem verhindert, dem Gesundheitssystem wertvolle Ressourcen spart.