2006/07

Pillwatchers

HTL Braunau

Pillwatchers

Einfluss von Hormonen in der Umwelt​​​

Künstliche Hormonpräprate wie die Anti-Baby-Pille werden vom Körper nicht vollständig abgebaut, wodurch sie ausgeschieden und über das Abwasser in die Umwelt gelangen. Ihr Einfluss auf die Tierwelt und den Menschen ist noch weitgehend unerforscht, was sich jedoch vermehrt in unseren Gewässern beobachten lässt, sind etwa Verweiblichungs- und Entmännlichungsphänomene bei Fischen. Auch die abnehmende Spermienqualität beim Menschen wird in diesem Zusammenhang immer wieder diskutiert. Künstliche Substanzen, die in das hormonelle Gleichgewicht von Tieren eingreifen, werden allgemein unter dem Begriff „Endokrine Disruptoren“ zusammengefasst.

Die drei Schülerinnen der HTL Braunau haben im Rahmen ihres Projekts einfache und kostengünstige Nachweismethoden entwickelt, die einen unkomplizierten Zugang zu endokrinen Substanzen in der Umwelt erlauben. Im Mittelpunkt ihres Interesses stand das in der Anti-Baby-Pille enthaltende Ethinylestradiol (EE2), dessen Molekülstruktur besonders stabil und daher nur schwer abbaubar ist. In Versuchen mit lebenden Organismen wurde beobachtet, wie sich das synthetische Hormon auswirkt. Zunächst wurden für die Tests Hefebakterien herangezogen, später kamen noch Essigsäure- und Milchsäurebakterien dazu. Letztere Bakterientypen stellten sich als sehr geeignet für qualitative und quantitative Analysen heraus.

Als besonders vielversprechend erwies sich der Daphnientest. Diese winzigen Krebschen reagieren auf Schadstoffe im Wasser äußerst empfindlich, sind zudem leicht zu züchten und darum wie geschaffen für die Versuche der Schülerinnen. Sowohl Reproduzierbarkeit als auch Bewegungsfähigkeit der Tierchen werden mit einem verbesserten, opto-elektronischen Überwachungsgerät untersucht.

Die breite Palette der von den Schülerinnen entwickelten Pillwatcher-Messverfahren verschafft in Zukunft die Möglichkeit, auf unkomplizierte Weise umweltbezogene Wechselwirkungen zu analysieren. Lassen sich die Substanzen erst einmal auf einfache Art feststellen, dann rückt das ökologische Problem hoffentlich vermehrt in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses.