2006/07

Synthese eines Linkermoleküls für Self-Assembled Monolayer (SAM)

HTBLA Wels

Synthese eines Linkermoleküls für Self-Assembled Monolayer (SAM)

Wie ein HTL-Maturant die Grenzen seiner eigenen Schule sprengt und sich dazu am Institut für Biophysik der Johannes Kepler Universität in Linz einer besonderen Herausforderung stellt, ist die Geschichte des vorliegenden Projektes.​​​

SAM-Bildner, das sind spezielle Moleküle mit einer beinahe einzigartigen Eigenschaft, die sie den aufbauenden Bestandteilen tierischer oder pflanzlicher Zellmembranen ähnlich macht — der Selbstorganisation in Form genau definierter und geordneter, einlagiger Schichten. Diese Moleküle stellen die technologische Basis für viele Anwendungen aus der Mikro- und Nanowelt dar, von speziellen Sensoren bis hin zu Bauelementen im Submikrobereich.

Gemeinsam ist allen diesen SAMs, dass sie mit Verbindungen gebildet werden, die aus mehr oder weniger komplizierten, langkettigen organischen Verbindungen bestehen, die aufgrund ihrer wohl definierten chemischen Eigenschaften eben diese gewünschte Selbstorganisationsfähigkeit besitzen. Von beispielsweise einem 12 Mercapto-2,3-dihydroxypropyldodecanamid spricht der Chemiker und meint damit in seinem Fachchinesisch, dass es sich um ein Molekül aus 12 Kohlenstoffatomen handelt, das an seinem einen Ende ein Schwefel-Atom und an seinem anderen Ende hinter einer Amidgruppe zwei OH-Reste aufweist. Eine klare, einfache Sache also...

Dem Maturant war dabei die gängige Methode zur Herstellung solcher Moleküle nicht effizient genug und so hat er an der Universität alternative Methoden zum Standnbsp; der Technik gesucht und auch gefunden. So unglaublich es auch klingen mag, nach einer ausführlichen Recherche erarbeitete er zunächst in der Theorie neue Synthesewege und erbrachte in nachfolgenden Versuchen auch noch den praktischen Beweis dafür, dass er Recht hatte.

Und das ganz alleine. Obwohl es an der HTBLA Praxis ist, Diplomarbeiten im Team durchzuführen. Aufgrund fehlender potenzieller Partner machte er sich also allein auf, um an der Johannes Kepler Universität in Linz seine theoretischen Erkenntnisse in die Praxis umzusetzen.

Und das äußerst erfolgreich: Als Projektergebnis konnten zwei neue Synthesewege entworfen werden. Die besonderen Vorteile beider neuer Methoden gegenüber den bisher angewandten Synthesewegen sind eine wesentlich erhöhte Ausbeute sowie eine höhere Reinheit des gewonnen Produkts.