2011/12

Transfusions-Beutel-Segment-Optimierung Lebensrettende Dosis

HTBLuVA Salzburg

Transfusions-Beutel-Segment-Optimierung Lebensrettende Dosis

Blut bewegt und ist selbst in Bewegung. Im Körper und auch dann, wenn das flüssige Rot als Spende durch Nadeln und Schläuche in Proberöhrchen und Transfusionsbeutel fließt, wenn es lagert und auf einen neuen Kreislauf wartet, um dort weiter zu fließen und Leben zu erhalten. All das muss sehr sorgfältig ausgeführt werden, denn Fehler können fatale Folgen haben.​​​

Mit ihrem Projekt wollten Michaela Gruber und Melanie Steinbauer daher die Sicherheit von PatientInnen und SpenderInnen erhöhen. Ihr Vorhaben nennt sich „Transfusions-Beutel-Segment-Optimierung“. Dabei untersuchten die Schülerinnen der HTBLuVA Salzburg, ob ‑ und wenn ja, wie ‑ sich Blut während seiner Lagerung im Transfusionsbeutel verändert, um einen wesentlichen Abschnitt auf dem Transportweg von Blutspenden zu verbessern. Als ProjektpartnerInnen standen ihnen ExpertInnen der Universitätsklinik für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg zur Seite sowie auch ihr Lehrer und Mentor Richard Podolan.

Wird heute Blut abgenommen, so kommt ein Teil davon in separate Proberöhrchen und steht dort für weitere Tests bereit. In dieser Zeit kommt es immer wieder zu Verwechslungen oder zu Schäden an den leicht zerbrechlichen Gefäßen. Als Alternative bietet sich an, diese Tests direkt mit dem Blut aus den Schlauchsegmenten der Mutterkonserve durchzuführen. Dagegen spricht wiederum, dass sich bei der Lagerung Blut in den Schlauchsegmenten ablagert. Es muss zuvor geprüft werden, ob sich die für diese Areale ermittelten Werte von den Ergebnissen im restlichen Teil der Konserve unterscheiden. Ziel der jungen Forscherinnen war es deshalb, herauszufinden, welche Blutwerte sich in welchem Maße verändern und wie die Lagerdauer diese Veränderungen beeinflusst. Die ermittelten Daten bilden die Grundlage für die Entwicklung einer neuen Segmentierungstechnik, die künftig bei diesen Abläufen Proberöhrchen entbehrlich machten könnte.

So verbrachten Michaela Gruber und Melanie Steinbauer, die seit langem großes Interesse für den medizinischen Teil ihrer Ausbildung haben, noch während der Schulzeit Stunden um Stunden an der Salzburger Uniklinik. Das Projektdokument verzeichnet 35 Blutkonserven in drei Chargen, jeweils einen Messzeitraum von 42 Tagen und ergiebige Mengen an Blutwerten, die vor, während und nach der Lagerung gesammelt wurden. Die Schülerinnen lernten die strengen Hygienevorschriften kennen und empfanden das Arbeitsumfeld dennoch angenehm. Dies lag vor allem an ihrer Betreuerin Marlene Maula, die ihnen geduldig zeigte, worauf es beim Umgang mit dem sensiblen Produkt ankommt.