2009/10

Two in One Shoe - ein Schuh für alle Fälle


Two in One Shoe - ein Schuh für alle Fälle

Ein Schuh mit abnehmbarem Stöckel. Das wär’s, dachten sich drei junge Niederösterreicherinnen nach einer Ballnacht auf hohen Absätzen. Und je länger Milijana Zaric, Andrea Kernstock und Lisa Bauer an der Idee feilten, umso mehr Argumente kamen ihnen in den Sinn, die für den Schuhversuch sprachen.​​​

Die Kombination aus Ballerina und High-Heel spart Platz im Reisegepäck, passt beim Autofahren besser zwischen die Pedale und gönnt den Füßen angenehme Pausen. Ein Schuh für zwei oder sogar drei, wenn verschiedene Absätze zur Auswahl stehen.

Mit Unterstützung ihrer Lehrerin Ulrike Nagy und dem Ybbser Schuhmachermeister Wolfgang Geyrecker begannen die Schülerinnen ihre Recherche. Denn, das wurde den dreien bald klar, die Entwicklung eines Prototyps verlangte viel Materialwissen und Handwerkskunst. Der abnehmbare Stöckel erwies sich als unproblematisch. Erste Schwierigkeiten zeigten sich bei der Suche nach einer sauberen Verschlussmöglichkeit für die Öffnung, die beim Abschrauben entsteht.

Noch zäher gestalteten sich die Kapitel Absatz und Sohle, wo besondere Bedingungen für gutes Gehen erfüllt sein müssen. Form und Material müssen stimmen, stützen und halten. So wurden unzählige Varianten zwischen Leder, Gummi und Kohlenstoff diskutiert, erwogen und wieder verworfen. Als Notlösung wurde ein Gerüst mit Stöckel angedacht, in dem ein Ballerina eingesetzt werden könnte, und eine Variante mit Einlagen skizziert.

Die Vermittlung des Schuhmachermeisters brachten den Niederösterreicherinnen Tipps und Kontakt zu einem Salzburger Schuhhersteller, allerdings auch die Skepsis des Experten. Der ideale Prototyp ist bis dato nicht gefunden, an der Idee arbeiten die drei jedoch unverdrossen weiter, weil sie das Projekt schon bisher um wichtige Erfahrungen bereichert hat. So haben Meinungsvielfalt und unterschiedliche Zugänge dazu beigetragen, dass alternative Lösungen überhaupt angedacht wurden. Auch die Vorzüge der Teamarbeit und Stärke gemeinsamen Planens und Handelns haben die Schülerinnen überzeugt. Eine berufliche Zukunft im Modedesign ist für die jungen Frauen nicht ausgeschlossen.